Editionen, die Sie vielleicht verpasst haben

 
Helmut Sundhaußen
Im Umgang mit der Form pflegt Helmut Sundhaußen einen äußerst sparsamen Stil. Trotzdem haben seine Werke wenig mit dem kühlen Purismus der „De Stijl“-Ästhetik zu tun. Allein anhand der Farbgebung in seinem Siebdruck ohne Titel wird deutlich, dass er auf Emotionen zielt. Die senkrecht gestapelten Trapezformen in Orange und Pink – als „Turmgeschichte“ beschreibt sie Sundhaußen selbst – wirken mehr als belebend, verursachen ein Flirren vor den Augen des Betrachters, wecken Nervosität. Erst der komplementärfarbene, türkisgrüne Hintergrund verschafft Beruhigung, Erholung – ein spannender und intensiver Kontrast.
Helmut Sundhaußen, ohne Titel
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Julius Hofmann
Gelangweilt schaut er uns an ‒ oder eher: durch uns hindurch ‒, der weibliche „Lurking Teen“ von Julius Hofmann, den Finger auf dem Touchpad, den Kopf in die Hand gestützt. Mit geschminkten Augen und Lippen und trotzigem Selbstbewusstsein liegt das Mädchen da im Schein des Displays, ein wenig zu verführerisch, aber ebenso verführbar. Hofmanns Porträt spiegelt nicht nur die Fluidität der Gefühle des Coming of Age. Durch den Verweis auf unser digitales Zeitalter ist dieses klassische Sujet ohne die allgegenwärtige Bilderflut inklusive Selfie-Kultur, Voyeurismus und des Problemfelds sensibler Daten im Hinterkopf kaum mehr zu denken oder heutiger: zu konsumieren. Auf diese Weise schafft der Künstler einen spannenden Spagat und schmuggelt die Komplexität der bildergestützten Gegenwart in die alten, künstlerisch seit jeher bearbeiteten Fragen.
Julius Hofmann, Lurking Teen
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Tal R
Als „Kolbojnik“ beschreibt der Künstler Tal R den Stoff, aus dem seine Werke sind. Das hebräisch-jiddische Wort steht für den gemeinsamen Abfalleimer im Kibbuz, und der in Israel geborene Däne deutet damit an, dass es eine große Bandbreite an Themen ist, die er in seinen Arbeiten „recycelt“. Tal R bewegt sich auf den Feldern der Malerei und der Installation ebenso wie auf denen der Mode oder der Skulptur; er bedient sich populärer Sujets wie des Comics, der Videospielästhetik und der Musik. Gleichzeitig leuchten immer wieder Momente der Kunstgeschichte auf.</p>
<p>Lange Zeit galt Tal R als Geheimtipp. Mittlerweile genießt er großes internationales Renommee und ist in zahlreichen Sammlungen wie der des österreichischen Essl Museums, der Sammlung Goetz in München, der Kunsthalle Kiel oder der Stockholmer Kunsthalle Magasin III vertreten. Er lehrte als Malereiprofessor an der Düsseldorfer Kunstakademie und arbeitete mit Künstlerkollegen wie Jonathan Meese oder Daniel Richter zusammen.
Tal R, Lillen
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Tal R
Frühere Holzschnitte von Tal R entstanden schon mal aus selbst geschnitzten Blöcken aus gebrauchten Küchenschneidebrettern von Flohmärkten, wie der Künstler vor einigen Jahren in einem Interview ausführte. „Und wir bringen die Farbe von Hand mit einem Löffel auf, das ist ein sehr langwieriger Prozess, bei dem man dem Unerwarteten viel Raum gibt“, so Tal R weiter. Perfektion ist also nicht, wonach der in Kopenhagen lebende und arbeitende Maler strebt. Der Bildaufbau jedoch ist streng, die Motive seiner „: tingsted‟-Serie sind klassisch. Tal R bezieht sich darin auf Menschen, die er kennt, auf Objekte, zu denen er eine persönliche Verbindung hat. Und Intimität strahlen diese Werke tatsächlich aus.
Tal R, Rajasthani poppets
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Martin Parr
Martin Parr liebt Pferderennen. Entsprechende Szenen hielt er in berühmten britischen Wettkampfstätten wie in seiner Heimatstadt Epsom, in Ascot, aber auch in Südafrika, Australien oder Dubai fest. Die Fotografie „Glenbeigh Races“ entstand bereits im Jahr 1983 im irischen County Kerry am Rossbeigh Beach, auf dem dieses Rennen seit 1924 veranstaltet wird. Parr fotografierte zu jener Zeit noch in Schwarz-Weiß, so auch bei weiteren traditionellen Events wie Pferde- und Viehauktionen oder religiösen Festen der Katholiken. Irland, wo er selbst zwei Jahre lebte, war damals gezeichnet von Rezession und hoher Arbeitslosigkeit. Die Edition „Glenbeigh Races“, 2021 signiert und in limitierter Auflage gedruckt, liegt seiner Collector’s Edition „From the Pope to a Flat White. Ireland 1979‒2019‟ bei. Irlands jüngste Geschichte lässt sich mit Parr wunderbar eindrücklich nachvollziehen.
Martin Parr, Glenbeigh Races, County Kerry, 1983
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Oskar Rink
Wenn Oskar Rink anfängt zu arbeiten, folgt sie „einem Gefühl von Verliebtsein“, wie es die Künstlerin in einem Interview im aktuellen „Clouds“-Magazin beschreibt. Impulsgeber kann eine kleine Beobachtung, eine Begegnung, eine Form oder ein Zeitungsfoto sein. Rink benutzt Skizzen für Skulpturen, Papierkonstruktionen oder auch gebaute Modelle als Ausgangspunkte für ihre Malereien in Öl; daneben entstehen Objektwelten und Installationen. „Das Räumliche so weit zu abstrahieren, wie es mir möglich ist, bestimmt mein momentanes Interesse“, sagt sie
Oskar Rink, POSITION III
Auf Anfrage
Gabriela Kobus
„Fashion is about the clothes you wear, the layer, which protects you as a human being. Architecture, houses and buildings in general play a similar role: another layer that holds humans within. They protect us from the outer environment.“ Die Künstlerin Gabriela Kobus beschreibt hier – in einem Interview mit der englischsprachigen Kairoer Zeitung „Al-Ahram Weekly“ – ihre Perspektive auf zwei für sie wichtige Disziplinen: Modedesign und Architektur. Als Modedesignerin war sie bis 2010 in Berlin tätig, seitdem arbeitet sie als bildende Künstlerin in Leipzig. Der urbane Raum wiederum spiegelt sich in ihrem künstlerischen Werk. Stadtstrukturen vor allem von Megacitys faszinieren Kobus, architektonische, städteplanerische und soziologische Fragestellungen liegen ihrer Kunst zugrunde. Im Jahr 2020 erhielt Kobus das Denkzeit-Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, 2019 war sie als Artist in Residence in Kairo.
Gabriela Kobus, Season
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Françoise Pétrovitch
Das Fragile interessiert Françoise Pétrovitch, daher überrascht es nicht, dass ihr – obwohl sie mit unterschiedlichsten Materialien und Medien arbeitet – die Zeichnung die liebste künstlerische Technik ist. Dabei kommt es ihr auf die spontane Geste an, frei skizziert sie in einfachen Linien Figuren auf Papier. Diese changieren zwischen Kindheit und Erwachsensein, männlich und weiblich oder auch Mensch und Tier. Die Gestalten der 1964 in Chambéry geborenen Pétrovitch stehen meist isoliert auf weißem Grund. Das verleiht ihnen Kraft – vermittelt aber auch das Gefühl von Verlorenheit.
Zahlreiche öffentliche Sammlungen haben die Arbeiten der Künstlerin erworben, darunter der Fonds Régional d’Art Contemporain (FRAC) Alsace, der FRAC Haute-Normandie und das Musée d’art contemporain du Val-de-Marne (MAC/VAL). Pétrovitch lehrt an der École supérieure des arts et industries graphiques (ESAIG) in Paris.
Françoise Pétrovitch, Rougir (garçon fleur)
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Candida Höfer
Das titelgebende Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg (heute: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg) ist Schauplatz für die beiden Editionen von Candida Höfer aus dem Jahr 1988. Kulturelle Einrichtungen – neben Museen auch Bibliotheken oder Nationalarchive – zählen immer wieder zu ihren Fotomotiven. Die Künstlerin verschafft uns ungeahnte Einblicke in Arbeitsräume und hinter die Kulissen. Ihres musealen Präsentationskontextes beraubt, schärfen die von Höfer als ‚nackte‘ Exponate eingefangenen Ausstellungsstücke unseren Blick für die Wirklichkeit und eröffnen ganz neue Fragestellungen in Bezug auf die Institution Museum und ihre Sammlungen. Wen interessiert sie nicht, die Geschichte hinter der Geschichte? Zumal in einer Zeit, in der Provenienzen von künstlerischen und kulturellen Objekten grundsätzlicher als je zuvor auf dem Prüfstand stehen.
Candida Höfer, Museum für Naturkunde u. Vorgeschichte Oldenburg XIV
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Olaf Hajek
"Gerade das florale Element war für mich immer besonders wichtig. Das sind für mich einfach Symbole, die den Kreislauf des Lebens – Tod, Geburt, Blühen, Aufblühen, Vergänglichkeit – symbolisieren.“ Der Maler und Illustrator Olaf Hajek feiert die Welt der Blumen und Pflanzen in seinen „Flowerheads“, Porträts von Frauen, auf deren Köpfen farbenprächtige und symbolträchtige Stillleben wachsen.
In der im Mai 2020 entstandenen handsignierten Edition „Golden Tear“ zeigt sich eine wichtige Inspirationsquelle Hajeks: die Kunst Afrikas. Sie fasziniert und beeindruckt ihn zutiefst. Im Jahr 2011 verbrachte er drei Monate in Südafrika, um für eine Ausstellung in Kapstadt an neuen Werken zu arbeiten. In der Folge ist sein malerischer Duktus noch freier, seine Experimentierfreude noch größer geworden. Zugleich ist Hajek ein Geschichtenerzähler, seine Porträts erreichen auf ganz eigene Weise emotionale Tiefe. Man sollte sich Zeit nehmen für diese wirkkräftigen Werke. Denn schaut man sie an, begibt man sich auf kulturelle und seelische Entdeckungsreise und driftet ab ins verheißungsvolle Land der Fantasie.
Olaf Hajek, Golden Tear
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Olivia Berckemeyer
Meisterlich-eigenwillig modelliert Berckemeyer Materialien. Häufig arbeitet sie mit Bronze, die bei ihr tropft, als wäre es Wachs. Hier ist es Porzellan, das in Form eines Handtaschendesigns mit Henkeln überrascht und betört. Olivia Berckemeyer (geboren 1968 in München) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und an der Kunstakademie Düsseldorf. Einzelausstellungen waren ihr bislang in New York, Zürich, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Wien, Brüssel, Tokio, Kopenhagen und Los Angeles gewidmet. Ihre Werke sind vertreten in den Sammlungen Boros, Wurlitzer, Kiss sowie Landwehr.
Olivia Berckemeyer, My Blue Bag (aus der Serie Homebag)
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Lucie Bennett
Die Frau und der weibliche Körper ziehen sich als Motiv durch das gesamte Werk von Lucie Bennett. „I started getting serious about drawing aged three“, sagt die britische Künstlerin. „Even then my preferred subject was women. I drew women in elaborate outfits spending lots of time on the pattern and design.“ Waren es am Anfang ihrer Künstlerinnenkarriere Uniform tragende Frauen in selbstbewussten Pin-up-Posen, unterzog Bennett ihre Darstellungen mit der Zeit einer immer stärkeren Reduktion.
Auch der Siebdruck aus dem Jahr 2018 mit dem verlockenden Titel „Honey Island” kommt mit wenigen Linien aus. Und doch: Der sichere, grafisch anmutende Pinselstrich, die mit zartem Schwung angedeutete Wirbelsäule oder die an Pop und die 1980er erinnernde Farbwahl – die Werke haben einen hohen Wiedererkennungswert und verkörpern eine bestimmte, ganz eigene Haltung: den Lucie-Bennett-Style. Ihre Porträts wirken so cool und schwerelos, wie sich Weiblichkeit anfühlen sollte. Dazu selbstbestimmt. Intim, aber nicht ausgestellt. Es ist ein Balanceakt, den Bennett meistert, und zwar mit großer Sensibilität.
Lucie Bennett, Honey Island
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Dennis Hopper
Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor, Maler – und Fotograf: Dennis Hopper war vieles. In „... denn sie wissen nicht, was sie tun“ und „Giganten“ spielte er in den 50er Jahren an der Seite seines Freundes James Dean. Schon im Jahrzehnt darauf widmete er sich intensiv der Fotografie. Was Hopper auf Partys, an Filmsets oder auf der Straße einfing, beschrieb Filmregisseur Pedro Almodóvar einmal als „Alltagsgesicht der amerikanischen Populärkultur“. Neben Künstlerfreund*innen wie Robert Rauschen¬berg, Andy Warhol, Roy Lich¬ten¬stein, James Rosen¬quist oder Jane Fonda fotografierte er auch die Bürgerrechtsmärsche Martin Luther Kings.
Dennis Hopper, Untitled (Diamonds)
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Roy Lichtenstein
Hier treffen sich zwei Meister: So wie Roy Lichtenstein neben Andy Warhol als wohl bekanntester Vertreter der Pop-Art gilt, gehört Hans-Peter Haas aka HPH zu den renommiertesten Siebdruckern in der Kunstwelt. Die Edition „Big Painting No. 6“ von Lichtenstein stammt aus seiner Werkstatt. Die Arbeit aus der sogenannten “Brushstroke”- bzw. „Pinselstrich“-Serie erinnert schon durch seine Bildsprache mit den für Lichtenstein so typischen Rasterpunkten an maschinell reproduzierte Druckerzeugnisse. Gleichzeitig persifliert der Künstler mit den vermeintlich gestisch-spontan aufgetragenen Pinselstrichen im Comicstil das künstlerische Pathos der Abstrakten Expressionisten.
Roy Lichtenstein, Big Painting No. 6
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Lothar Wolleh
Es greift zu kurz, Lothar Wolleh einfach nur als Fotografen zu bezeichnen. Er war ein leidenschaftlicher Freund und Förderer der Kunst, zugleich war er selbst ein Künstler ‒ ein Künstler, der andere Künstler fotografierte, einer, der mit technischer Präzision sein Medium, die Fotografie, herausforderte und innovative Projekte in Form von Künstlerporträts, Künstlerbüchern oder thematischen Fotomappen anschob. Neben Joseph Beuys lichtete Wolleh unter anderem Lucio Fontana, René Magritte, Otto Piene, Man Ray und Günther Uecker sowie deren Werke ab, oftmals aus eigener Initiative. Entstanden sind Arbeiten, die von großer Sensibilität und einem feinen Gespür für Bildkompositionen zeugen.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys III, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Èva Beresin
„The story of where I come from and who I am today seems an inexhaustible source.“ Die in Wien lebende ungarische Künstlerin Éva Beresin beschreibt hier, woraus sie schöpft, und offenbart zugleich einen wesentlichen Eindruck ihres Werks: die Intimität. Beresins Herkunft ist fundamental für das Verständnis ihres künstlerischen Schaffens. Als Kind zweier Holocaust-Überlebender haben sich die Gräuel des Zweiten Weltkriegs auch in ihr eigenes Körpergedächtnis eingeschrieben. Denn die Traumata der Eltern endeten nicht mit deren Tod. „Sometimes in the paintings, I am moving naked and vulnerable, in order to be able to start a dialogue with those I was never able to actually meet“, schreibt Beresin noch. Details über ihre Familiengeschichte erfuhr sie erst, als sie nach dem Tod ihrer Mutter deren Tagebuch las – Grundlage für ihre bislang größte Werkreihe und das Buchprojekt „Acht Und Neunzig Seiten“.
Èva Beresin, Participation in Art Basel Miami 2019 ... as if I had already guessed...
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Barbara Breitenfellner
Was sagt uns der Blick der geheimnisvollen Nackten hinter der löchrig-schwarzen Oberfläche? Wovon erzählt die schaurig-schöne Szenerie rund um die Frau im schwarzen Kleid? Wer oder was wird da ausgeixt? Wer flüchtet sich von Ast zu Ast vor den zwei jungen Schönen auf dem Feld? Und wer observiert hier wen, die Blonde die zwei Gestalten im Schatten oder umgekehrt? Die Werke von Barbara Breitenfellner werfen mehr Fragen auf, als dass sie Antworten geben. Das haben sie mit Träumen gemein, welche die 1969 in Kufstein geborene Wahlberlinerin als Ausgangspunkt nimmt für ihre Wandarbeiten und raumgreifenden Installationen. Ausschnitte aus Modemagazinen, Landschaften und grafische Details überlappen sich in ihrer aus Collage, Siebdruck und Gouache bestehenden Papierarbeiten. Breitenfellner kombiniert intuitiv, den uns umgebenden medialen Bildersturm hält sie für ähnlich bewusstseinsprägend wie Erlebtes. Deshalb sind die von ihr geschaffenen, so verlockenden wie gleichermaßen beunruhigenden Welten nicht nur Abbilder individueller Lebenseindrücke, sondern immer auch solche des kollektiven Gedächtnisses und somit eine Zustandsbeschreibung unserer Gesellschaft.
Barbara Breitenfellner, WVZ 195
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Joel Meyerowitz
Joel Meyerowitz zählt zu den bedeutendsten Mitbegründern der „Street Photography“ und der „New Color Photography“. Seit 1962 fotografiert er in Farbe ‒ seinerzeit ein Novum, denn nur die Schwarz-Weiß-Fotografie war damals als Kunst anerkannt. Gegenstand von Meyerowitz‘ Momentaufnahmen war das pulsierende Leben auf den Straßen New Yorks. Bis heute prägen seine Fotografien unser Bild von der amerikanischen Metropole. Für ein Buchprojekt reiste der in New York und Italien lebende Fotograf Joel Meyerowitz nach Frankreich in die Provence und besuchte in Aix-en-Provence unter anderem das Atelier des Malers Paul Cézanne.
Joel Meyerowitz, Cézanne's Objects. Pitcher
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Stefan Heyne
Abstraktion beginnt bei Stefan Heyne im Kopf: „Wenn ich arbeite, versuche ich meinen Verstand auszuschalten. Wenn man das Gelernte über die Welt vergisst, wird alles abstrakt und man gewinnt unermessliche Freiheit.“ „Seat“, seine jüngste Fotoserie, entstand an einem perfekten Ort gedankenloser Freiheit – über den Wolken. Auf Reisen rund um die Welt hat der Künstler instinktiv immer einen Fensterplatz gebucht. Fasziniert von der Lichtbrechung des Himmels in den frühen Morgenstunden und der späten Abenddämmerung, angezogen von Phänomenen wie Staub und Asche in der Troposphäre, hat er Fotografien geschaffen, die uns in die Vollkommenheit des Lichtes einhüllen. 40 Arbeiten gehören bisher zur „Seat“-Serie. Sie ist in ihrem Abstraktionsgrad wohl die kompromissloseste Arbeit Heynes. Jedes Motiv vollkommen aufgelöst in Farb- und Formverläufe wird zu etwas Unbeschreiblichem, das nicht mit Worten zu fassen ist, sondern pure Emotion auslöst. Mit konventioneller Fotografie sind diese Arbeiten nicht zu vergleichen, eher mit gegenstandsloser Malerei. Statt den Wahrheitsgehalt eines Bildes zu überprüfen, wird das Bild selbst zum Bild, selbstreflexiv und stark im Ausdruck! Die Serie „Seat“ wurde jüngst in Heynes Überblickshow „Super Vision. The New German Abstraction“ in der Galerie Diane Rosenstein in Los Angeles gezeigt.
Stefan Heyne, Seat 33F
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Lothar Wolleh
Geboren wurde Lothar Wolleh 1930 in Berlin, wo er zunächst an der Kunsthochschule Weißensee studierte. 1950 wurde er wegen angeblicher Spionage von der sowjetischen Besatzungsmacht verhaftet. Sechs Jahre verbrachte er im Arbeitslager Workuta in der UdSSR – eine Erfahrung, die ihn nachhaltig prägte. Nach seiner Freilassung absolvierte er eine klassische Fotografenausbildung im Lette-Verein in Berlin, die er später an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen bei Otto Steinert fortsetzte. Von 1962 bis zu seinem Tod 1979 lebte Wolleh in Düsseldorf. Dort machte er sich zunächst einen Namen als Werbefotograf. Zeitgleich widmete er sich jedoch der Kunst und wurde so zum Chronisten der Düsseldorfer Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre, insbesondere der Gruppe ZERO.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys II, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Lothar Wolleh
Joseph Beuys und Lothar Wolleh lernten sich Mitte der 1960er Jahre in Düsseldorf kennen. 1971 begleitete Wolleh den Künstler und dessen Frau Eva nach Stockholm, wo das Moderna Museet die erste große Einzelausstellung mit Werken von Beuys außerhalb Deutschlands zeigte, ein bedeutender Moment in seiner Karriere. Über 800 Aufnahmen entstanden in Stockholm – unter anderem die drei Fotografien, die nun als limitierte Foto-Editionen exklusiv bei artflash erscheinen.
Sie zeigen Beuys beim Denken und Konzipieren, umgeben von seinen Werken, im Gespräch. Die Fotografien bieten nicht nur einen Einblick in sein Schaffen und seinen Kunstbegriff, sie fangen auch die Persönlichkeit dieses Ausnahmekünstlers ein und zeugen nicht zuletzt von der besonderen Arbeitsbeziehung zwischen Fotograf und Porträtiertem.
Anders als der Großteil der in Stockholm entstandenen Aufnahmen hält die Fotografie „Joseph Beuys I“ den Künstler nicht in Aktion fest. Stattdessen steht er hier aufrecht, unbewegt in der Bildmitte zwischen zwei seiner Installationen, mit dem für ihn so charakteristischen Filzhut und in pelzbesetztem Mantel. Das Porträt erlangte zu Recht ikonischen Status und befindet sich u.a. in der Sammlung der Tate Modern London.
Lothar Wolleh, Joseph Beuys I, aus der Serie „Lothar Wolleh und Joseph Beuys 1971“
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Philip Grözinger
Der in Berlin lebende, international bekannte Künstler Philip Grözinger wurde 1972 in Braunschweig geboren. Er studierte freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Sein Werk umfasst Malerei, Zeichnung, Grafik und Skulptur. Grözingers künstlerisches Universum ist reich an Figuren, Kreaturen, Hybriden zwischen Mensch und Maschine. Als Künstler ist er ein Erfinder. Seine Bilder sind Visionen einer anderen Welt. Sie erzählen uns von der Zukunft und von den Weiten des Weltraumes gleich einem visuellen Science-Fiction-Roman. Humorvoll, sarkastisch, poetisch, so lässt sich Grözingers Werk beschreiben. Sein Farbauftrag ist expressiv, sein Kolorit mal grell, mal zurückhaltend. 2014 nahm er an einem „Artist in Residence“-Programm des CCA Andratx, Mallorca, teil.
Philip Grözinger, Calamity
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Antje Engelmann
Antje Engelmann, geboren 1980 in Ulm, und ehemalige Meisterschülerin von Lothar Baumgarten an der Universität der Künste, stellt sich in ihrem Werk der Erinnerung und der Familie – etwa, wenn sie in dem Film „Renate“ ihre Tante, eine Prostituierte, bei dem Besuch ihrer alten Wirkungsstätten bis nach Hamburg-St. Pauli begleitet.„Renate brachte das Leben in unsere Familie“, erzählt Engelmann und erreicht mit der Veröffentlichung des Films eine Neubewertung der Engelmann’schen Geschichtsschreibung.. Sie ist Lehrbeauftragte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, der Hochschule für Künste Bremen und der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
Antje Engelmann, Passages
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Jiří Georg Dokoupil
Über 100 verschiedene Stile und Techniken werden Jiří Georg Dokoupil von der Kunstwelt zugeschrieben. Er selbst meinte schon 1992, eine Retrospektive seines Werkes werde einmal aussehen wie eine Gruppenausstellung von 20 Malern. Dies hat sich inzwischen bewahrheitet: Große Soloausstellungen in den Hamburger Deichtorhallen oder im Museo Nacional Reina Sofia in Madrid sind der eindrucksvolle Beleg dafür.
Jiří Georg Dokoupil , Köpfe
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Jurgen Ostarhild
Die 90er Jahre, dieses feier- und tanzwütige, hedonistische Dezennium am Ende des 20. Jahrhunderts ‒ einer, der zu seinem Soundtrack gehört, ist unbedingt Moby. Ihn traf der deutsche Konzeptkünstler Jurgen Ostarhild zum Shooting im Londoner South Kensington 1991, also genau zur richtigen Zeit. Ostarhild fotografierte damals für das in Bezug auf Bildsprache und Typografie richtungsweisende britische Lifestyle-Magazin „i-D“. Er nutzte den Schnappschuss als ernst zu nehmendes Mittel der Fotografie und schuf schonungslose, teils extrem hell ausgeleuchtete Porträts von großer Nähe und Intensität. Die Musiker Jamiroquai und Air, die Modedesigner John Galliano und Nicolas Ghesquière oder das Supermodel Kate Moss, damals zarte 18 Jahre alt, sie alle ließen sich von Ostarhild ablichten. Entstanden sind stilbildende Porträts, die den Geist der 90er Jahre authentisch und ungefiltert in die Gegenwart transportieren.
Jurgen Ostarhild, KATE MOSS, bw, Camber Sands, 1992, bw
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Jamel Shabazz
Die Karriere von Jamel Shabazz (*1960) als Fotograf begann in den 1980er Jahren, als Jean-Michel Basquiat und Keith Haring die Kunstszene von New York beherrschten. Shabbazz, der in Brooklyn geboren wurde und dort auch aufwuchs, fotografierte in seiner New Yorker Nachbarschaft das alltägliche Leben. Seine Aufnahmen halten förmlich inne, erhaschen die kleinen Momente inmitten der unaufhörlichen Menschenströme auf den Straßen und in der Metro der Megacity.
Jamel Shabazz, Street Photographers of Times Square
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Chiharu Shiota
„Ich mache Kunst, weil ich dann das Gefühl habe, hundert Prozent in mir zu ruhen,“ so beschreibt die japanische Installations- und Performancekünstlerin Chiharu Shiota die Motivation ihres künstlerischen Schaffens. In ihren Werken stellt sie sich Erinnerungen, unbewussten Ängsten, Obsessionen, Albträumen und Traumata. Intuitiv kreiert die Abramović-Schülerin raumgreifende Skulpturen aus häufig schwarzen Wollfäden, die ihr Markenzeichen sind. Spinnt darin Kleider, Betten oder Schuhe ein – und manchmal auch sich selbst. Objekte und der eigene Körper werden zu Bedeutungsträgern, zu Spiegeln existenzieller Fragen. Bewegt man sich in ihren Installationen, wird klar: Sie reichen über das Rationale hinaus. Chiharu Shiota lotet auf kraftvolle Weise die Grenzen unseres Bewusstseins aus.
Chiharu Shiota, In the Earth
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Thomas Struth
Straßenfluchten, Familienporträts, Technik-, Dschungel-, Museumsbilder – Thomas Struths fotografische Sicht ist eine sehr persönliche Dokumentation der Welt von heute. Seine meist großformatigen Farbfotografien wirken auf den ersten Blick vertraut, auf den zweiten jedoch fremd. Nach längerer Betrachtung ermöglichen seine Bilderserien und Einzelwerke immer einen Zugewinn an Wissen. Das präzise Sehen, das den Dingen auf den Grund geht, zeichnet seine Fotografie aus. Es macht ihn zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit. Struth, geboren 1954 in Geldern am Niederrhein, ist neben Andreas Gursky, Candida Höfer und Thomas Ruff einer der Protagonisten der berühmten Düsseldorfer Fotoschule. Zunächst studierte er Malerei bei Gerhard Richter, bevor er 1976 in die neu gegründete Klasse von Bernd Becher wechselte – und sich ganz der Fotografie zuwandte. In den 1990er Jahren hatte Struth eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne. Er lebt und arbeitet in Berlin. Weltweit befinden sich seine Arbeiten in bedeutenden öffentlichen Sammlungen. Allein in Deutschland ist die Liste lang: Hamburger Kunsthalle, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, Kunstmuseum Bonn, Museum Ludwig, Köln, Pinakothek der Moderne, München, und Museum Folkwang, Essen.
Thomas Struth, Deutsche Stadtbaukunst der Gegenwart (1921) von A. E. Brinckmann
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Tum Tum (T. Verder + H. Lijftogt)
„Air B&B 2‟ ist Mixed-Media: Stoff, Foto, Farbe, Holz. Zwar handelt es sich bei dieser Arbeit um eine Edition, doch jede der insgesamt 12 Assemblagen ist ein handgefertigtes Unikat. Das Künstlerduo Tum Tum verbringt viel Zeit in der Natur, das Naturerlebnis ist das Zentrum seiner Kreativität. Auf gemeinsamen Reisen fanden Tessa Verder und Herman Lijftogt in einem alten Trödelladen ein hundert Jahre altes Buch über Vogelarten, das zu einer weiteren Inspirationsquelle ihres Schaffens wurde. Liebevoll, verspielt, kindlich wirkt „Air B&B 2“. Bunte Vögel sitzen in einem Birkenwäldchen. Ursprünglich waren die Vogeldarstellungen gestickt. Die Künstler haben diese Stickereien abgelichtet und damit in das Medium der Fotografie überführt.
Tum Tum (T. Verder + H. Lijftogt), Air B&B 2
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A.R. Penck
„Seine berühmten Strichmännchen sind keine Markenzeichen zum Zwecke der schnellen Wiedererkennbarkeit, sondern archaische Symbole des Aufeinanderzugehens.“ Das schrieb die „taz“ 2017 in ihrem Nachruf auf A. R. Penck. Und die „Süddeutsche Zeitung“ stellte anlässlich seines Todes klar, „dass ‚Strichmännchen‘ womöglich eine schablonenhafte Vereinfachung des Lebensprojektes eines Ausnahme-Künstlers war“. Penck entwickelte sein Zeichensystem unter repressiven Bedingungen, fand notgedrungen zu einem hohen Grad an Abstraktion – und blieb seiner Bildsprache auch später treu. „So viel Anfang war nie“, lautet der feierlich-ironische Titel der 1990 entstandenen handsignierten Serigrafie. Wer zeigt da mit dem Pfeil (oder ist es ein Speer?) auf wen? Und ist es jetzt Zeit, sein Kreuzchen zu setzen? Ist sogar die Farbwahl politisch gemeint? Letzteres ist dem Freigeist Penck wohl nicht zuzutrauen.
A.R. Penck, So viel Anfang war nie
Vergriffen
Günter Fruhtrunk
Der Münchener Günter Fruhtrunk, geboren 1923, gestorben 1982, war Maler und Grafiker. Er ist ein wichtiger Vertreter der Nachkriegskunst im Bereich der konstruktiven Malerei. Sein Thema galt der Abstraktion. 1951 machte Fruhtrunk eine Reise nach Paris und arbeitete im Atelier von Fernand Léger. Im Jahr 1955 arbeitete er im Atelier von Hans Arp. Fruhtrunk nahm an der 4. Documenta in Kassel und an der 34. Biennale in Venedig teil. Von 1967 bis zu seinem Tod war er Professor an der Akademie der Bildenden Künste München. Sein bekanntestes Werk: Das 1970 gestaltete Design auf der Plastik-Tüte des Supermarkt-Discounters Aldi-Nord, vermutlich gibt es keine weitere Edition weltweit, die so häufig so günstig verkauft wurde. Erst im letzten Jahr wurde die Produktion der Fruhtrunk-Plastik-Tüte eingestellt.
Günter Fruhtrunk, Blaue Partikel
Vergriffen
Sebastian Nebe
Sebastian Nebe gelingt immer wieder ein ganz besonderes Kunststück – so auch in seinem Unikat „Bungalow” in Öl: Er verschafft uns einen Zugang zu verschiedenen Zeitebenen der Orte, die er in den Blick nimmt – in einem einzigen Bild. Wie in einem unsichtbaren Zeitraffer nehmen wir den einst urwüchsigen und jetzt vom Menschen in Besitz genommenen Wald oder das einst bewohnte und jetzt zerstörte Haus wahr. So wirkt Nebes „Bungalow“ wie das Setting eines längst abgedrehten Films. Kunst- und Zivilisationsgeschichte sind spürbar zugegen in seinen Werken, die nichtsdestominder ganz eindeutig in der Gegenwart verortet sind.
Sebastian Nebe, Bungalow (Unikat)
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Annika Kahrs
Die Konzeptkünstlerin Annika Kahrs hat mit ihren eigenwilligen Fragestellungen schon früh die Kunstwelt auf sich aufmerksam gemacht. Mal lässt sie, wie in ihrem Werk „Lines“, Seemänner die eigenen Wohnungen beschreiben, ein anderes Mal in einer Performance einen Pianisten Franz Liszts „Vogelpredigt“ vor Vögeln spielen oder auch ausgewählte Personen den Nachthimmel fotografieren – und bewegt sich damit im Spannungsfeld zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Poesie entsteht und wird kurz darauf vielleicht doch als Fantasie entlarvt. Kahrs generiert intime Momente, auch dadurch, dass sie andere Personen in ihre künstlerische Arbeit mit einbezieht. „Mir gefällt es sehr, ein künstlerisches Konzept zu entwickeln und ab einem bestimmten Punkt Dinge, Handlungen, Reaktionen und Entscheidungen anderen zu überlassen und zu sehen, was dann passiert“, sagt die Künstlerin. „So können schnell interessante Situationen und somit auch Fragestellungen entstehen.“
Annika Kahrs, Nima’s sunset
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Stefan Heyne
Abstraktion beginnt bei Stefan Heyne im Kopf: „Wenn ich arbeite, versuche ich meinen Verstand auszuschalten. Wenn man das Gelernte über die Welt vergisst, wird alles abstrakt und man gewinnt unermessliche Freiheit.“ Fasziniert von der Lichtbrechung des Himmels in den frühen Morgenstunden und der späten Abenddämmerung, angezogen von Phänomenen wie Staub und Asche in der Troposphäre, hat er Fotografien geschaffen, die uns in die Vollkommenheit des Lichtes einhüllen. Jedes Motiv vollkommen aufgelöst in Farb- und Formverläufe wird zu etwas Unbeschreiblichem, das nicht mit Worten zu fassen ist, sondern pure Emotion auslöst. Mit konventioneller Fotografie sind diese Arbeiten nicht zu vergleichen, eher mit gegenstandsloser Malerei. Statt den Wahrheitsgehalt eines Bildes zu überprüfen, wird das Bild selbst zum Bild, selbstreflexiv und stark im Ausdruck!
Stefan Heyne, Ohne Titel (Nr. 82)
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