Editionen, die Sie vielleicht verpasst haben

 
Jorge Pardo
Architektur, Design, Malerei, Skulptur. Der kubanisch-amerikanische Künstler Jorge Pardo ist ein Virtuose des Cross-over. Subtil bewegt sich sein Werk zwischen diesen Welten. Statt konventioneller Kunstbetrachtung setzt er in seinen Installationen auf gezielte Irritation. Seine ortsbezogenen Objekte sind alltagstauglich und dennoch ästhetisch autonom. Die Frage nach Bildender Kunst oder Design, nach Kunst und Leben beantwortet er mit organisch anmutenden Formen, lebendigen Farben, natürlichen wie industriell gefertigten Materialien. Was löst ein Objekt an dem jeweiligen Ort aus? Die Wahrnehmung steht im Zentrum des 1963 in Havanna geborenen und heute in Los Angeles lebenden Künstlers. Seit 2002 beherbergt das Ständehaus in Düsseldorf die „Pardo Bar“. In fröhlichem Seifenblasenmuster entwarf Pardo dazu das Wand- und Lichtkonzept. Außerdem gestaltete er das „untitled restaurant“ im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages.
Jorge Pardo, Ohne Titel
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Madeleine Boschan
Die Künstlerin Madeleine Boschan erschafft mit ihren Werken neue Räume. Sobald wir ihre Skulpturenensembles betreten, verändert sich unser Blick, unsere Haltung, unsere Wahrnehmung. Für die Bildhauerin steckt darin nicht weniger als die Möglichkeit der Erfahrung von Transzendenz. Doch das braucht Offenheit: „Den eigenen Ort kann man nur allein finden, das nimmt einem niemand ab.“ Dieser Aufgabe stellt sich die Künstlerin zunächst immer wieder selbst, wenn sie die Ausstellungsräume ihrer ortsbezogenen Arbeiten erstmals begeht.
Boschan arbeitet genauso assoziativ wie akribisch. Sie denkt, liest und recherchiert in viele Richtungen. Auch die Farben ihrer Skulpturen haben häufig mit der Geschichte des Ortes zu tun, an dem sie gezeigt werden. Und immer wieder richtet sie ihr Augenmerk auf die Architektur. „Meine Praxis, die plastische Gestaltung von Raum, ist nicht nur mit ästhetischen Fragen verknüpft, sondern beständig mit individuellen sozialen und ethischen“, so Boschan. „Orte des Menschen“ interessieren die Künstlerin, und diese verändern sich immerfort.
Madeleine Boschan, Antae (brimstone / light blue)
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William Kentridge
„Why Should I Hesitate“ („Warum sollte ich zögern“) – so lautet der erste Teil des Titels der aktuellen Ausstellung in den Hamburger Deichtorhallen, die William Kentridge in Zusammenarbeit mit dem Zeitz Museum of Contemporary Art Africa (Zeitz MOCAA) konzipiert hat. Der südafrikanische Künstler zitiert hier die Bemerkung eines jungen afrikanischen Soldaten, der im Ersten Weltkrieg einberufen wurde, um am Krieg in Europa teilzunehmen. Was geht ihn das an? Kentridge stellt sich selbst diese Frage in Bezug auf sein eigenes Zögern, sich als weißes Kind für die Belange der Schwarzen einzusetzen. Er schloss sich allerdings bereits in jungen Jahren der Anti-Apartheid-Bewegung an, und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Kolonialismus ist tief verwoben in sein Werk. „Putting Drawings to Work“, so lautet der Untertitel der Hamburger Schau, was einmal mehr verdeutlicht: Von der Zeichnung geht bei Kentridge alles aus.
William Kentridge, Why Should I Hesitate / Putting Drawings to Work
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Olaf Hajek
"Gerade das florale Element war für mich immer besonders wichtig. Das sind für mich einfach Symbole, die den Kreislauf des Lebens – Tod, Geburt, Blühen, Aufblühen, Vergänglichkeit – symbolisieren.“ Der Maler und Illustrator Olaf Hajek feiert die Welt der Blumen und Pflanzen in seinen „Flowerheads“, Porträts von Frauen, auf deren Köpfen farbenprächtige und symbolträchtige Stillleben wachsen.
In der im Mai 2020 entstandenen handsignierten Edition „Golden Tear“ zeigt sich eine wichtige Inspirationsquelle Hajeks: die Kunst Afrikas. Sie fasziniert und beeindruckt ihn zutiefst. Im Jahr 2011 verbrachte er drei Monate in Südafrika, um für eine Ausstellung in Kapstadt an neuen Werken zu arbeiten. In der Folge ist sein malerischer Duktus noch freier, seine Experimentierfreude noch größer geworden. Zugleich ist Hajek ein Geschichtenerzähler, seine Porträts erreichen auf ganz eigene Weise emotionale Tiefe. Man sollte sich Zeit nehmen für diese wirkkräftigen Werke. Denn schaut man sie an, begibt man sich auf kulturelle und seelische Entdeckungsreise und driftet ab ins verheißungsvolle Land der Fantasie.
Olaf Hajek, Golden Tear
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Katharina Arndt
In ihren Papierarbeiten mit Marker und Acryl fängt die Künstlerin Katharina Arndt mit Ironie und Witz unsere Gegenwart ein. „Ich würde meine Motive als 21. Jahrhundert beschreiben“, sagt sie. Wir sehen Frauen in knappen Bikinis beim Sonnenbad oder Sushi-Essen, leere Gin-Tonic-Gläser und Sonnenschirme mit dem Titel "Every day please!" und sehnen uns zurück in eine Zeit, in der ein Kurztrip an unseren Lieblingsstrand ohne Weiteres möglich war. Mit welcher Leichtigkeit die 1981 geborene Wahlberlinerin ein weit verbreitetes Lebensgefühl und seine Abgründe aufs Papier bringt, zeugt von großer künstlerischer Intuition.
Katharina Arndt, Every day please (Sketch)
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Via Lewandowsky
„Die wie eine kunstvolle japanische Papierarbeit aussehende Tapete der Marke Erfurt deutet auf einen einsamen Kampf hin, der sich mit viel Geduld gegen die eigenen vier Wände gerichtet haben mag.“ So lautete der Ausstellungstext zu einer Variante von Via Lewandowskys „Bis zur letzten Faser“ aus dem Jahr 2010. Von dieser Arbeit aus entspinnt sich ein komplexes Geflecht persönlicher wie die Gesellschaft betreffender Gedanken. Und auch wenn diese – wie so oft bei dem aus Dresden stammenden, in Berlin lebenden Künstler – an kein Ende gelangen, eröffnen sie doch Pfade, die zu gehen sich lohnt.
Via Lewandowsky, Goldene Schnitte (Bis zur letzten Faser)
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Tilo Baumgärtel
Unwirklich surreal und gleichzeitig beunruhigend konkret ist die Malerei, mit der Tilo Baumgärtel, geboren 1972 in Leipzig, zu einem der international erfolgreichsten Vertreter der „Neuen Leipziger Schule“ rund um Künstlerkollegen wie Neo Rauch geworden ist.
Der ehemalige Meisterschüler von Arno Rink an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig hat nach alter Tradition malen gelernt. In seinen meist großformatigen Arbeiten voll schemenhafter Figuren, kulissenartiger Räume und unheimlicher Landschaften bringt er heute eindrücklich das Gefühl der neuen Zeit zum Ausdruck. Es sind surreale Stimmungsbilder aus einer unsicheren Welt, deren Realität so faszinierend verschoben erscheint wie die unserer Träume. Baumgärtels Werke sind in zahlreichen internationalen Privatsammlungen vertreten, wie etwa in der Rubell Family Collection, Miami.
Tilo Baumgärtel, Opposite Day
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Sandra Mann
„Die Kamera ist ihr Wegbegleiter, ihr verlängerter Atem, fast möchte ich sagen, ein Geruchsorgan.“ So beschrieb kein Geringerer als der Schweizer Kunsthistoriker und Kurator Jean-Christophe Ammann bewundernd den besonderen Instinkt der Fotografin Sandra Mann. Früher flogen ihr auf ihren Streifzügen die Motive quasi zu. Sie habe „die unmöglichsten Bilder“ einfangen können, sagt sie selbst. Das gibt ihren Fotografien eine faszinierende Beiläufigkeit. Und dennoch „beißt“ sich der Blick stets fest an einem präzise eingefangenen Detail, verharrt auf vermeintlich Flüchtigem.
Glückwunsch an Sandra Mann, die in 2021 für ihre herausragenden Leistungen auf kulturellem Gebiet mit der Goetheplakette der Stadt Frankfurt am Main geehrt wurde!
Sandra Mann, 091000-0005 VIP
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Èva Beresin
„The story of where I come from and who I am today seems an inexhaustible source.“ Die in Wien lebende ungarische Künstlerin Éva Beresin beschreibt hier, woraus sie schöpft, und offenbart zugleich einen wesentlichen Eindruck ihres Werks: die Intimität. Beresins Herkunft ist fundamental für das Verständnis ihres künstlerischen Schaffens. Als Kind zweier Holocaust-Überlebender haben sich die Gräuel des Zweiten Weltkriegs auch in ihr eigenes Körpergedächtnis eingeschrieben. Denn die Traumata der Eltern endeten nicht mit deren Tod. „Sometimes in the paintings, I am moving naked and vulnerable, in order to be able to start a dialogue with those I was never able to actually meet“, schreibt Beresin noch. Details über ihre Familiengeschichte erfuhr sie erst, als sie nach dem Tod ihrer Mutter deren Tagebuch las – Grundlage für ihre bislang größte Werkreihe und das Buchprojekt „Acht Und Neunzig Seiten“.
Èva Beresin, Participation in Art Basel Miami 2019 ... as if I had already guessed...
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Gilbert & George
Sie sind eine britische Institution. Seit 40 Jahren leben und arbeiten Gilbert & George (geb. 1943 und 1942) gemeinsam in East London. 1969 setzt sich das Künstlerpaar erstmals als „Living Sculptures“ in Szene ‒ damals eine Provokation für die Kunstwelt: Tadellos gekleidete Gentlemen singen unter einem Brückenbogen im Londoner Stadtzentrum den alten englischen Hit „Underneath the Arches“. Das Duo wird über Nacht berühmt, tritt mit metallisch angemalten Gesichtern in Galerien und Museen auf. Als Popstars der zeitgenössischen Kunst spielen sie ganz oben mit im internationalen Kunstgeschehen.
Gilbert & George, Death Hope Life Fear
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Dieter Masuhr
Die großformatige Arbeit des 2015 verstorbenen Malers Dieter Masuhr - eine aufwändige 5-farbige Lithografie - trägt den Titel „Liebespaar I“. Wo die Körper des eng umschlungenen Liebespaares anfangen oder aufhören, ist zweitrangig. Nicht der maskenhafte Ausdruck der Gesichter, sondern die Berührung drängt sich auf. Der expressive Zeichenstil dieser Grafik fällt ins Auge: wenige grobe, frei schwingende Linien reichen für das Liebesspiel aus. „Die Liebe meines Mannes will mich nicht festlegen, nicht einordnen, sie gibt mir Luft, Nahrung, Raum, zu wachsen und reicher zu werden, so wie jeder neue Tag eine Revolution entfaltet.“ Masuhr hat 1985 die Gedichte der nicaraguanischen Widerstandskämpferin Gioconda Belli ins Deutsche übersetzt. Vielleicht waren es ihre Worte, die ihm hier als Inspiration dienten?
Dieter Masuhr, Liebespaar I
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Mehmet & Kazim
Gilbert & George tragen Anzug und Krawatte, Eva & Adele Glatze und Kostüm – und Mehmet & Kazim Trainingsanzüge in Weiß-Rot. Diese Farbkombination zieht sich konsequent durch ihr ganzes Werk, angelehnt an die deutsche Übersetzung ihres Nachnamens Akal, den sich die auch im echten Leben verwandten „Kissing Cousins“ teilen. Doch nicht nur hinsichtlich der Kolorierung sind die Faksimiles der Collector’s Edition ihrer ersten Monografie typisch Mehmet & Kazim. Das Selbstporträt mit der aus dem Osmanischen Reich stammenden Kopfbedeckung Fes oder das fliegende Handtuch in den signierten „Meanwhile @ the Beach“-Drucken spiegeln die Leichtigkeit, mit der das Künstlerduo Stereotypen in Bezug auf türkisch-deutsche Herkünfte oder Orientalismen begegnet. Vorurteile? Werden weggeküsst!
Mehmet & Kazim, Meanwhile @ the Beach 3
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Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
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Thomas Prochnow
Thomas Prochnow gehörte in der Wendezeit zur ostdeutschen Graffiti-Szene. Und immer noch zieht es ihn hin zu verlassenen Gebäuden und Industrieruinen. Sprühlack und Tape – auch das Handwerkszeug ist das gleiche wie früher, dazu kommen mal gefundene Objekte, mal Industriematerialien. Die bleibenden fotografischen Zeugnisse seiner oft temporären, reduzierten und wirkungsmächtigen Interventionen sind aus der in der Szene typischen Trophäenfotografie entwickelt.
Thomas Prochnow, Serie_geometric_c_white_c_B2
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Chiharu Shiota
„Ich mache Kunst, weil ich dann das Gefühl habe, hundert Prozent in mir zu ruhen,“ so beschreibt die japanische Installations- und Performancekünstlerin Chiharu Shiota die Motivation ihres künstlerischen Schaffens. In ihren Werken stellt sie sich Erinnerungen, unbewussten Ängsten, Obsessionen, Albträumen und Traumata. Intuitiv kreiert die Abramović-Schülerin raumgreifende Skulpturen aus häufig schwarzen Wollfäden, die ihr Markenzeichen sind. Spinnt darin Kleider, Betten oder Schuhe ein – und manchmal auch sich selbst. Objekte und der eigene Körper werden zu Bedeutungsträgern, zu Spiegeln existenzieller Fragen. Bewegt man sich in ihren Installationen, wird klar: Sie reichen über das Rationale hinaus. Chiharu Shiota lotet auf kraftvolle Weise die Grenzen unseres Bewusstseins aus.
Chiharu Shiota, In the Earth
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Tony Clough
Shepard Fairey, Kenny Scharf, Space Invader, Cleon Peterson und Friedrich Kunath – das sind nur einige der namhaften Künstler*innen, mit denen Tony Clough in seiner auf Serigrafien spezialisierten Druckwerkstatt „Serio Press“ in Pasadena schon zusammengearbeitet hat. Die Arbeiten sind im Wortsinn handgemacht, die Farben von Hand gemischt und jeweils einzeln gedruckt. Fairey war es auch, der Clough sein Atelier zur Verfügung stellte, bevor dieser – nach einem Grafikdesign-Studium und mehreren Jahren im renommierten Studio „Modern Multiple“ 2013 in die Selbstständigkeit gestartet – seine ersten eigenen Studioräume in Los Angeles eröffnete.
Tony Clough, Mojave Desert In 26 Horizontal Colors
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Oskar Rink
Wenn Oskar Rink anfängt zu arbeiten, folgt sie „einem Gefühl von Verliebtsein“, wie es die Künstlerin in einem Interview im aktuellen „Clouds“-Magazin beschreibt. Impulsgeber kann eine kleine Beobachtung, eine Begegnung, eine Form oder ein Zeitungsfoto sein. Rink benutzt Skizzen für Skulpturen, Papierkonstruktionen oder auch gebaute Modelle als Ausgangspunkte für ihre Malereien in Öl; daneben entstehen Objektwelten und Installationen. „Das Räumliche so weit zu abstrahieren, wie es mir möglich ist, bestimmt mein momentanes Interesse“, sagt sie. Die 1980 in Leipzig geborene Oskar Rink wuchs auf im Atelier ihres berühmten Vaters Arno Rink. Von ihm lernte sie die Grundlagen der Malerei. Sie studierte Modedesign in München und absolvierte ein Masterstudium am Sotheby’s Institute of Art/Contemporary Art Department in London. Rink stellt international aus und lebt heute wieder in Leipzig.
Oskar Rink, ELLE
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Verena Löwensberg
Der signierte Siebdruck „Composition“ von Verena Loewensberg (1912‒1986) aus dem Jahr 1966 zeigt dreierlei: die Konsequenz, mit der die Schweizer Künstlerin konkrete – das heißt zunächst ungegenständliche, programmatisch festgelegte und mathematisch begründete – Kunst schuf, die Poesie, die ihren Arbeiten innewohnt, und ihr Gespür für den Einsatz von Farbigkeit der daraus hervorgehenden psychisch-energetischen Kraft. Loewensbergs Werke basieren auf einfachen geometrischen Formen, die vor unseren Augen geradezu zu tanzen beginnen. Ihnen liegen für uns unsichtbare Muster zugrunde, die immer wieder neuen Gesetzen gehorchen. „Ich habe keine Theorie, ich bin darauf angewiesen, dass mir etwas einfällt“, sagte Loewensberg einmal – der eigene Anspruch an ihr künstlerisches Schaffen war hoch.
Verena Löwensberg, Composition
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Françoise Pétrovitch
Das Fragile interessiert Françoise Pétrovitch, daher überrascht es nicht, dass ihr – obwohl sie mit unterschiedlichsten Materialien und Medien arbeitet – die Zeichnung die liebste künstlerische Technik ist. Dabei kommt es ihr auf die spontane Geste an, frei skizziert sie in einfachen Linien Figuren auf Papier. Diese changieren zwischen Kindheit und Erwachsensein, männlich und weiblich oder auch Mensch und Tier. Die Gestalten der 1964 in Chambéry geborenen Pétrovitch stehen meist isoliert auf weißem Grund. Das verleiht ihnen Kraft – vermittelt aber auch das Gefühl von Verlorenheit.
Zahlreiche öffentliche Sammlungen haben die Arbeiten der Künstlerin erworben, darunter der Fonds Régional d’Art Contemporain (FRAC) Alsace, der FRAC Haute-Normandie und das Musée d’art contemporain du Val-de-Marne (MAC/VAL). Pétrovitch lehrt an der École supérieure des arts et industries graphiques (ESAIG) in Paris.
Françoise Pétrovitch, Rougir (sirène)
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Michelle Jezierski
Die Landschaft ist in den Werken der Berliner Künstlerin Michelle Jezierski Ausgangspunkt für Fragen des Raumes und unserer Wahrnehmung davon. Farbschichten türmen sich wie Wolken, Wellen oder Felsen auf, häufig überzogen von geometrischen Formen, die – Streiflichtern gleich - zusätzliche Tiefe und Dynamik erzeugen. Hell- und Dunkelkontraste, gedeckte und leuchtende Farben bestimmen die Atmosphäre darin, die uns Betrachter*innen auf ganz unterschiedliche, emotionale Weise einnimmt, so unterschiedlich wie das Licht an einem Morgen, im Vergleich zu dem am Tag und Abend oder in der Nacht.
Michelle Jezierski, Strain
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Antje Engelmann
Ob ihre eigene Mutterschaft, ihre donauschwäbische Herkunft oder die Vergangenheit ihrer Tante als Prostituierte – Antje Engelmann montiert und sampelt in ihren Werken Ausschnitte aus dem Bildarchiv der Familie, eigene dokumentarische Aufnahmen und Found-Footage-Materialien. In ihren multimedialen Arbeiten entsteht daraus ein auf realem Boden fußender, assoziativ und kreativ-wissenschaftlich erweiterter, spannender Kosmos.
Antje Engelmann, Spange
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Meret Oppenheim
„Das Ohr des Giacometti“ (1977) vermag auf liebevolle Art zu irritieren. Dieses kleine Objekt hat eine große Anziehungskraft. Im Bekannten wird das Unbekannte geweckt. Zuerst sehen wir ein Ohr, aber dann sehen wir eine Faust, die zwei Blüten wachsen lässt. Es ist eine ungewöhnliche Hommage an einen der größten Bildhauer des 20. Jahrhunderts und das intime Symbol einer einseitigen Liebe.
Meret Oppenheim, Das Ohr des Giacometti
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Marina Apollonio
„Op-Art: Bilder, die das Auge attackieren“ – so beschrieb der Kunstkritiker Jon Borgzinner 1964 im „Time Magazine“ eine neue Kunstrichtung, der auch die italienische Malerin Marina Apollonio als Pionierin zugerechnet wird. Wichtigstes Merkmal: das Spiel mit optischen Illusionen. Die frühesten Werke der Op-Art entstanden Mitte der 1950er Jahre und gelten als Weiterentwicklung der Konkreten Kunst. Mit wahrnehmungsbezogenen Effekten erzielten sie den Eindruck von Bewegung, Vibration oder Überlappung.</p>
<p>In den Jahren 1965 und 1969 nahm Apollonio zusammen mit Künstler*innen wie Bridget Riley und François Morellet an den damals wegweisenden „Neue Tendenzen"-Ausstellungen von Avantgardekünstler*innen in Zagreb teil. Ihre Werke sind heute Teil bedeutender Sammlungen, u.a. der Peggy Guggenheim Collection in Venedig, des New Museum in New York und der Schirn Kunsthalle Frankfurt.
Marina Apollonio, Dinamica Circolare
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Pipilotti Rist
Pipilotti Rist wurde Mitte der 1980er und 1990er Jahre mit Einkanalvideos international bekannt und gilt als eine der bedeutendsten zeitgenössischen Videokünstlerinnen überhaupt. Werke der vielfach – u.a. 1997 mit dem Premio 2000 der Biennale di Venezia – ausgezeichneten Künstlerin befinden sich in den weltweit bedeutendsten Kunstsammlungen, darunter das Museum of Modern Art in New York, die Schweizerische Bundeskunstsammlung, der Hamburger Bahnhof - Museum für Gegenwart in Berlin, der Centre Pompidou in Paris und die Pinakothek der Moderne in München.
Pipilotti Rist, Du wirst sorglos sein
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Martin Parr
„His beach work focusses on the mundane with an honest eye“, befand „The New Yorker“ über den britischen Dokumentarfotografen. Nach Martin Parrs eigenen Worten gibt es keinen faszinierenderen Ort, um Menschen zu beobachten – hier entspannen sie, verlieren ihre Hemmungen, schälen sich die wahren Persönlichkeiten heraus.
Doch der Fotokünstler zeigt uns nicht nur Posen von Strandbesuchern im Porträt. Auf seinen Bildern lässt sich auch kollektives Verhalten studieren, das je nach Menschenmenge, Wetterlage oder Land variiert. So entstehen Wimmelbilder wie in Argentinien, ein Flickenteppich aus Handtüchern wie in Italien oder ein Badeevent mit Zuschauern in Wales – zu sehen auf den signierten und limitierten fünf Prints der Edition „Beach Therapy“.
„Tenby is the best“, befand Parr. Hier kaufte er sich eine Wohnung in Strandnähe. „It’s like a postcard. But, unless you’re in Wales, you don’t know about Tenby. All the British middle classes go to Padstow. But Tenby’s a secret, so keep it quiet.“ Darum funktionieren Parrs Fotografien so gut: Mögen sie auch noch so entlarvend sein, er liebt, was er dokumentiert. Vielleicht fahren wir demnächst einmal nach Tenby, aber verraten wird natürlich nichts, versprochen!
Martin Parr, Beach Therapy: Collector´s Edition mit 5 Pigment-Prints aus den Jahren 2014-2017
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Tara Wray
Unter dem Titel „Too Tired for Sunshine“ veröffentlichte die US-amerikanische Fotografin, Kuratorin und Filmemacherin Tara Wray im Jahr 2018 ein Buch, in dem sie sich fotografisch mit ihren Depressionen auseinandersetzte. Es ist eine Sammlung von Momentaufnahmen, von Stillleben, kleinen Details, hinter deren scheinbarer Banalität tief empfundene Traurigkeit hervordrängt, aber die aktive und künstlerische Auseinandersetzung auch Hoffnung gibt. Der Tragik des Lebens mit psychischen Erkrankungen metaphorisch, gar spielerisch Ausdruck verleihen, das gelingt Tara Wray meisterhaft in dieser Fotografie, der von einer Glasglocke zerquetschte Donut, die wir heute exklusiv auf artflash vorstellen!
Tara Wray, Quechee, Vermont (2014)
John Sanderson
Railroad Landscapes“ und „Carbon Country“ lauten die Titel zweier Serien des New Yorker Fotografen John Sanderson, dessen Bilder zumeist auf seinen vielen Reisen durch die Vereinigten Staaten entstehen. Es sind ikonische Motive der US-amerikanischen Landschaft, verlassene Gleise, Häuser oder Industrieanlagen, oft irgendwo im Nirgendwo. Mit der Kamera in der Hand erforscht Sanderson sein Land, verbindet dabei das Dokumentarische mit der Landschaftsfotografie. So auch in Wyoming, wo er „Bill“ traf, dessen Schattenporträt das in der Popkultur idealisierte Bild des Lonesome Cowboy zu einem Sinnbild für Einsamkeit und männliche Verletzlichkeit werden lässt.
John Sanderson, Bill, Saratoga, Wyoming
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Thomas Struth
Straßenfluchten, Familienporträts, Technik-, Dschungel-, Museumsbilder – Thomas Struths fotografische Sicht ist eine sehr persönliche Dokumentation der Welt von heute. Seine meist großformatigen Farbfotografien wirken auf den ersten Blick vertraut, auf den zweiten jedoch fremd. Nach längerer Betrachtung ermöglichen seine Bilderserien und Einzelwerke immer einen Zugewinn an Wissen. Das präzise Sehen, das den Dingen auf den Grund geht, zeichnet seine Fotografie aus. Es macht ihn zu einem der bedeutendsten Fotografen unserer Zeit. Struth, geboren 1954 in Geldern am Niederrhein, ist neben Andreas Gursky, Candida Höfer und Thomas Ruff einer der Protagonisten der berühmten Düsseldorfer Fotoschule. Zunächst studierte er Malerei bei Gerhard Richter, bevor er 1976 in die neu gegründete Klasse von Bernd Becher wechselte – und sich ganz der Fotografie zuwandte. In den 1990er Jahren hatte Struth eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne. Er lebt und arbeitet in Berlin. Weltweit befinden sich seine Arbeiten in bedeutenden öffentlichen Sammlungen. Allein in Deutschland ist die Liste lang: Hamburger Kunsthalle, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Leipzig, Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin, Kunstmuseum Bonn, Museum Ludwig, Köln, Pinakothek der Moderne, München, und Museum Folkwang, Essen.
Thomas Struth, Deutsche Stadtbaukunst der Gegenwart (1921) von A. E. Brinckmann
Auf Anfrage