Editionen, die Sie vielleicht verpasst haben

 
Imi Knoebel
Als die außergewöhnliche Anfrage kam, für die alte Krönungskirche der französischen Könige in Reims die Kappellenfenster neben denen Marc Chagalls zu entwerfen, wollte der deutsche Maler und Bildhauer Imi Knoebel erst nicht – er und Religion? Doch seine Frau erinnerte ihn an seine „Messerschnitte/Rot Gelb Blau“, eine Serie aus den 1970er-Jahren, in der Knoebel mit einem Cutter freihändig Formen – kurvig und spitz wie Glasscherben – aus bemaltem Papier zugeschnitten hatte, und er nahm sie als Vorlage für diese Aufgabe. Das war 2008, jetzt wurde der Künstler gebeten, drei weitere Fenster für die große Kathedrale zu gestalten.
Auch dieser Siebdruck geht auf die „Messerschnitt“-Collagen zurück. Wie autarke Inseln schweben die Formen auf der Fläche – und verhalten sich dennoch zueinander. Sie scheinen miteinander zu kommunizieren, allerdings in einer Offenheit, die die Wahrnehmung des Betrachters schärft.
Imi Knoebel, o.T. (2)
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Josh Klassman
Josh Klassman ist Insider, Surfer, Skater ‒ und Fotograf. Er wuchs in Venice, dem westlichen Stadtteil von Los Angeles, auf. Der Venice Pavilion war ab den 70er Jahren nicht nur legendärer Skatepark, sondern auch ein gefährliches Pflaster mit täglichen Gang-Shootings. Hier verbrachte Klassman seine Jugend und dokumentierte mit seiner Nikon FM2 die Skate- und Surfszene der 1980er und 1990er Jahre. „My photos are an insider’s perspective, I was a part of all you see, it was my everyday life.“ Klassmans Fotoarchiv aus analogen Schwarz-Weiß-Bildern versammelt heute wertvolle Momentaufnahmen. Sie dokumentieren eine Zeit, in der aus Pionieren der Skateszene wie beispielsweise Jay Adams die ersten Profiskater wurden.
Josh Klassman, Jay Adams (RIP) Venice Hat, 1988
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Werner Reuber
Er war Meisterschüler bei Gerhard Richter und 1976 Gründungsmitglied der ersten Düsseldorfer Produzentengalerie: Werner Reuber (geb. 1947). Der Künstler ist neben der Malerei, Druckgrafik (Holzschnitt) und Zeichnung auch in den Feldern der Keramik und Fotografie sowie des Films tätig. Seit 1982 ist Reuber Teil der Künstler*innengruppe „Die Langheimer“. Ironie und Komik zeichnen sein eigenes Werk und das der „Langheimer“ aus. Auf diese Weise nähert er sich immer wieder neu dem komplexen Beziehungsgeflecht zwischen Mann und Frau. Reuber, der in Düsseldorf lebt und arbeitet, ist in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen vertreten.
Werner Reuber, Mann mit Mohnblume & Frau mit Kornblume
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Dorothy Iannone
Weibliche Sexualität, freie Liebe: Dorothy Iannone musste sich mit ihrer Kunst der Kompromisslosigkeit seit den Anfängen ihrer Karriere in den 1960er Jahren immer wieder gegen Zensurversuche behaupten – wie 1969 in einer von Harald Szeemann organisierten Ausstellung in der Kunsthalle Bern. 1976 ging die 1933 in Boston, Massachusetts, geborene Künstlerin mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin, wo sie bis heute lebt. Einzigartig, freizügig, subjektiv, autobiografisch, mystisch und radikal ist ihr Werk, für das sich Sammler*innen aus aller Welt interessieren. Auf institutioneller Ebene erfuhren Iannones Arbeiten dagegen erst spät Beachtung. So widmete ihr die Berlinische Galerie erst 2014 anlässlich ihres 80. Geburtstages eine längst überfällige umfangreiche Retrospektive.
Dorothy Iannone, Unforgettable
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John Baldessari
In der Edition „Picture in a Frame“ hat John Baldessari gleich zwei Zitate versteckt. Er bezieht sich mit dem Werk auf den gleichnamigen Song des US-amerikanischen Singer-Songwriters Tom Waits und liefert damit quasi den Soundtrack zur Betrachtung des Werks. Der Titel hält erst einmal nüchtern fest, was wir vor uns haben: ein Bild in einem Rahmen. „I love you baby and I always will / Ever since I put your picture in a frame“, heißt es dagegen hochromantisch bei Waits. Verpackt Baldessari hier also eine Liebeserklärung an die Malerei? Der Künstler zeigt uns ein – gespiegeltes – Detail aus Gustave Courbets Gemälde „L’Hallali du cerf“, in dem der französische Maler 1867 auf großer Leinwand den Tod eines Rothirschs während einer Parforcejagd festhielt. Vielleicht lässt sich Baldessaris zeitgenössische Antwort darauf als Reset-Taste interpretieren, das vermeintlich überkommene Genre ausgerechnet anhand von zum Klischee geronnenen Hirsch- und Jagddarstellungen noch einmal neu und vorurteilsfrei zu betrachten.
John Baldessari, Picture in a Frame
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Geneviève Claisse
Die Französin Geneviève Claisse (*1935) starb in 2018 im Alter von 83 Jahren. Sie war die Grande Dame der geometrischen Abstraktion. Claisse studierte an der École des Beaux-Arts in Paris. Ihre erste Ausstellung hatte sie 1960, in der Folge wurde ihr Œuvre weltweit in Museen und Galerien gezeigt. Herausragend ist die Stabilität im Schaffen der Malerin, auf ihr Werk ist Verlass. Stets herrscht ein Ungleichgewicht der Formen, die auf einen makellosen Farbauftrag treffen. Bei Claisse wird die Farbfläche lebendig, die Künstlerin war immer auf der Suche nach Bewegung. Insbesondere kommt diese Suche in ihren dreidimensionalen Arbeiten zum Ausdruck.
Geneviève Claisse, Composition géometrique
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Antje Engelmann
Antje Engelmann, geboren 1980 in Ulm, und ehemalige Meisterschülerin von Lothar Baumgarten an der Universität der Künste, stellt sich in ihrem Werk der Erinnerung und der Familie – etwa, wenn sie in dem Film „Renate“ ihre Tante, eine Prostituierte, bei dem Besuch ihrer alten Wirkungsstätten bis nach Hamburg-St. Pauli begleitet.„Renate brachte das Leben in unsere Familie“, erzählt Engelmann und erreicht mit der Veröffentlichung des Films eine Neubewertung der Engelmann’schen Geschichtsschreibung.. Sie ist Lehrbeauftragte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, der Hochschule für Künste Bremen und der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.
Antje Engelmann, Passages
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Rosemarie Trockel
„Die Ironie kommt immer zum Einsatz, wenn ich bissig werden muss. Das ist ein Laster, das mich davor schützt, zynisch zu werden.“ Das sagte Rosemarie Trockel 1987 in einem Interview. In ihrer signierten und nummerierten Edition „The Steinem Look“ aus dem Jahr 2011 ist dies ganz offensichtlich der Fall. Denn dass die feministische Ikone Gloria Steinem hier auf ihren „Look“ reduziert wird, wird ihrer Rolle natürlich in keinster Weise gerecht – und wirft doch ein Schlaglicht auf die Wahrnehmung von Frauen in der Öffentlichkeit, die bis heute mehr Kontinuitäten als Brüche erlebt. Steinem gründete 1971 mit „MS“ die erste feministische Zeitschrift und wurde zur Mitbegründerin der modernen Frauenbewegung in den USA. Rosemarie Trockels künstlerische Karriere begann in den 1980er Jahren, in denen politisch Konservative dazu aufriefen, sich auf „traditionelle“ Familienwerte zu besinnen. Ihre Werke waren damals auch Teil der berühmt gewordenen Gruppenausstellung „Eau de Cologne“, in der die Galerie Sprüth Magers ausschließlich Künstlerinnen zeigte – in der fand 1983 auch die erste Einzelausstellung Trockels statt. Nur fünf Jahre später waren Rosemarie Trockels Arbeiten dann im New Yorker MoMA zu sehen.
Rosemarie Trockel, The Steinem Look
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Tatjana Doll
Der Malerei traut Tatjana Doll einiges zu. „Wenn ich einen Ferrari male, dann sollte es so sein, als öffnete ich eine große Lackdose und er würde zu einem Auto schon in dem Moment, in dem ich den Lack auf die Leinwand gieße, nicht durch Ingenieurskenntnisse, sondern einfach durch das Material und die Farbe“, sagt die Künstlerin. Die Grenze zwischen Abbild und Wirklichkeit zieht sie nicht entlang der materiellen Realität. Oft übersteigt die Größe der Alltagsgegenstände in ihrer Kunst die ‚wahren‘ Maße bei Weitem. Genauso wie die Symbolkraft eines Ferraris seine Funktion als Rennwagen und Automobil bei Weitem übertrifft. „Ich wollte malen, was da ist“, erklärt Doll und holt auf diese Weise eine Welt in die Kunst, die uns alle umgibt. Bei Doll ist der Schaffensprozess als ein Akt der subjektiven Aneignung zu verstehen, der Gegenstand an sich tritt hinter das Bild zurück. Möglich also, dass wir in dem LKW-Rücklicht plötzlich nur noch einen gelben Lackfleck sehen – und fernab vorgegebener Denkmuster auf produktivste Art und Weise auf uns selbst zurückgeworfen sind.
Tatjana Doll, Nr. 139, Hummer Frontal
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Peter Fischli / David Weiss
Das „Haus“ von Fischli/Weiss ist weltberühmt: die Nachbildung eines unscheinbaren, modernistischen Gewerbegebäudes im Maßstab 1:5. Es gilt als ein Hauptwerk der Künstler. Auch hiermit huldigen sie dem Alltäglichen. Ursprünglich entworfen für die „Skulptur Projekte Münster“-Ausstellung im Jahr 1987 – platziert abseits touristischer Pfade neben einer Würstchenbude –, danach in einer wetterfesten Version nachgebaut aus Aluminium und mit einem Farbanstrich versehen. Es sollte ein biederes, Gewöhnlichkeit ausstrahlendes Haus „mittelständiger Macht und Prachtentfaltung“ sein, wie es Fischli/Weiss im Projektantrag formulierten. Die gleichnamig betitelte handgeklebte Collage zeigt die Installation vor dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York. Genau dort stand das „Haus“ tatsächlich anlässlich der Fischli/Weiss-Retrospektive im Jahr 2016 – im bestmöglichen Gegensatz zur ikonischen Architektur von Frank Lloyd Wright. „Mich interessiert die Frage nach der Illusion des Echten, Authentischen und der Aufrichtigkeit des Nachgemachten, Un-Authentischen“, sagte Peter Fischli einmal. Zu groß für ein Modell und zu klein für ein Gebäude – näher dran am echten Leben geht wohl kaum.
Peter Fischli / David Weiss, Haus
Vergriffen
Sarah Morris
Schon seit anderthalb Jahrzehnten zählt die 1967 geborene Britin Sarah Morris zu den weltweit erfolgreichsten Künstlerinnen. Bekannt wurde sie mit abstrakten Gemälden, deren geometrische Strukturen Hochhausfassaden widerspiegeln und die Architektur moderner Metropolen hinterfragen. Urbane Landschaften und Konstruktionen sind auch Thema ihrer Filme, in denen sie Städte wie Washington, New York oder Los Angeles porträtiert. Hoch gelobt wurde Morris’ beiläufiger Blick auf Ereignisse, die für den Charakter einer Großstadt bestimmend sind: „Capital (Washington D. C.)“ etwa zeigt das Treiben rund um das Weiße Haus während der letzten Amtstage von Präsident Clinton, in „Los Angeles“ beobachtet Morris Hollywoodstars wie Warren Beatty bei den Vorbereitungen zur Oscar-Verleihung. Morris präsentierte ihre Arbeiten bereits in Ausstellungshäusern wie der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, oder im Guggenheim.
Sarah Morris, Sony (Los Angeles)
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Hanne Darboven
Schon morgens um vier Uhr saß Hanne Darboven in ihrer Schreibstube, um erst am Mittag den Griffel aus der Hand zu legen. Für die Künstlerin war das Leben eine von Stundenplänen geregelte „Hausaufgabe“, unter die man abends ein Häkchen setzt. Aus dieser Disziplin entstand ein anspruchsvolles Werk, das man näherungsweise als künstlerisches Schreibwerk, als bildende Kunst und als minimalistische musikalische Kompositionsarbeit bezeichnen könnte.

2006 zeigte Darboven im Museum Deutsche Guggenheim Berlin unter dem Titel „Hommage à Picasso“ 9720 handbeschriebene Blätter, die vom Boden bis zur Decke den ganzen Raum füllten. Der berühmte spanische Kollege steht für Darbovens Suche nach archetypischen Persönlichkeiten, die in ihrem strategischen Vorgehen und mit ihrer Erfindungsgabe bei der Wiederholung immer gleicher Themen vergleichbar agiert haben wie die deutsche Künstlerin.

Im Rahmen der Berliner Ausstellung schuf Darboven die auf 60 Exemplare limitierte und signierte Edition „Gregorianischer Kalender“, eine für sie typische und zugleich eigenwillige Arbeit, deren letzte Exemplare nun bei artflash erhältlich sind!
Hanne Darboven, Gregorianischer Kalender
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Wolfgang Tillmans
1998 zeigte Tillmans erstmals „nicht mit der Kamera gemachte Bilder“. Hierzu hat er entweder unbelichtetes Fotopapier oder solches, das vorher unterschiedlich farbigen Lichtquellen ausgesetzt war, durch die Entwicklungsmaschine geführt, wobei diese noch Spuren von Chemikalien oder Wasser enthielt. Indem das Papier diesen Vorgang durchläuft, kommt es zu Schlieren, Kratzern, Druckstellen oder anderen unvorhergesehenen Veränderungen. Auch für Fotografie von 2005, die Vorlage für den signierten Offsetprint mit dem Titel „It´s Only Love, Give It Away“ war, nutzt Tillmans dieses experimentelle Vorgehen. Das Ergebnis ist eine verblüffend körperliche, farbintensive und zugleich zarte Fotografie, deren letzte Exemplare wir heute auf artflash präsentieren.
Wolfgang Tillmans, It´s Only Love – Give It Away
Vergriffen
Gfeller + Hellsgård
Angefangen haben Anna Hellsgård und Christian „Meeloo“ Gfeller alias Gfeller & Hellsgard mit Postern und Zines im Umfeld der Noise- und Punkszene in Straßburg. Später entwarfen sie auch Cover und Plakate für namhafte Musiker*innen wie Sonic Youth, Pj Harvey, Nick Cave oder Animal Collective. Künstler*innenbücher, Editionen und ein eigener Art Space in Berlin kamen hinzu. Doch je ausgefeilter ihr Handwerk wurde, umso mehr wuchs ihr Interesse an den vermeintlichen Fehlern im Druckprozess, an dem „Unperfekten“. Seit 2011 konzentrieren sich Gfeller & Hellsgård in erster Linie auf ihre freie, nicht-figurative, experimentelle Kunst. Damit sind sie in den renommiertesten Sammlungen wie der Staatsbibliothek Berlin, dem Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe oder dem Metropolitan Museum of Art sowie dem MoMA in New York vertreten.
Gfeller + Hellsgård, Untitled 117
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Candida Höfer
Das titelgebende Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Oldenburg (heute: Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg) ist Schauplatz für die beiden Editionen von Candida Höfer aus dem Jahr 1988. Kulturelle Einrichtungen – neben Museen auch Bibliotheken oder Nationalarchive – zählen immer wieder zu ihren Fotomotiven. Die Künstlerin verschafft uns ungeahnte Einblicke in Arbeitsräume und hinter die Kulissen. Ihres musealen Präsentationskontextes beraubt, schärfen die von Höfer als ‚nackte‘ Exponate eingefangenen Ausstellungsstücke unseren Blick für die Wirklichkeit und eröffnen ganz neue Fragestellungen in Bezug auf die Institution Museum und ihre Sammlungen. Wen interessiert sie nicht, die Geschichte hinter der Geschichte? Zumal in einer Zeit, in der Provenienzen von künstlerischen und kulturellen Objekten grundsätzlicher als je zuvor auf dem Prüfstand stehen.
Candida Höfer, Museum für Naturkunde u. Vorgeschichte Oldenburg XIV
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Lucie Bennett
Die Frau und der weibliche Körper ziehen sich als Motiv durch das gesamte Werk von Lucie Bennett. „I started getting serious about drawing aged three“, sagt die britische Künstlerin. „Even then my preferred subject was women. I drew women in elaborate outfits spending lots of time on the pattern and design.“ Waren es am Anfang ihrer Künstlerinnenkarriere Uniform tragende Frauen in selbstbewussten Pin-up-Posen, unterzog Bennett ihre Darstellungen mit der Zeit einer immer stärkeren Reduktion.
Auch der Siebdruck aus dem Jahr 2018 mit dem verlockenden Titel „Honey Island” kommt mit wenigen Linien aus. Und doch: Der sichere, grafisch anmutende Pinselstrich, die mit zartem Schwung angedeutete Wirbelsäule oder die an Pop und die 1980er erinnernde Farbwahl – die Werke haben einen hohen Wiedererkennungswert und verkörpern eine bestimmte, ganz eigene Haltung: den Lucie-Bennett-Style. Ihre Porträts wirken so cool und schwerelos, wie sich Weiblichkeit anfühlen sollte. Dazu selbstbestimmt. Intim, aber nicht ausgestellt. Es ist ein Balanceakt, den Bennett meistert, und zwar mit großer Sensibilität.
Lucie Bennett, Honey Island
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Arthur Elgort
„I love...“ ist der Titel dieser großartigen Collector´s Edition, eine über 200 Seiten starke Liebeserklärung des US-amerikanischen Modefotografen Arthur Elgorts an die Frau – an ihre Schönheit, Weiblichkeit, Ausstrahlung und Stärke!
Zu der Publikation gehört die auf 30 Stück limitierte Foto-Edition von Elgort, die das Supermodel Gia Ciangari in einem ungewöhnlichen Moment portraitiert: barbusig und mit Lockenwicklern in den Haaren. Entstanden ist das Foto 1980 auf Fire Island. Die damals 20-jährige Gia war zu der Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, im selben Jahr zierte sie das Cover der amerikanischen Vogue.
Elgort gewährt uns mit dem Foto einen sehr intimen Einblick in das Leben eines Supermodels, das 1986 tragisch endete. Gia Ciangari starb 1986 an einer Überdosis Heroin.
Arthur Elgort, I love ... 'Gia Carangi', Fire Island, 1980
Auf Anfrage
Gunilla Jähnichen
Beinahe wäre die mysteriöse Figurenwelt von Gunilla Jähnichen (*1972 in Stade) für immer in der Versenkung verschwunden. Während ihres Kunststudiums in den 1990ern war gegenständliche Malerei totgesagt. Es war eine Zeit des Umbruchs. Damien Hirst hatte gerade seine Nominierung für den Turner Prize eingeheimst, und die Young British Artists standen kurz davor, den Kunstmarkt aufzumischen. Ausgerechnet Stanley Brouwn, ein Urvater der Konzeptkunst, unterstützte Gunilla Jähnichen in ihrem figurativen Ansatz. Brouwn leitete ihre Meisterklasse an der Kunsthochschule Hamburg. Ihm ist es zu verdanken, dass die junge Halbschwedin ihre Figuren nicht länger heimlich malen musste: „Er fand meine Arbeit authentisch“, sagt sie im Rückblick.
Gunilla Jähnichen, Zusammen
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Iñaki Bonillas
30 Ordner mit 3000 bis 4000 Fotos und 1000 Dias – das ist der Schatz, den Iñaki Bonillas seit Beginn seiner künstlerischen Karriere hebt. Es ist die Fotosammlung seines Großvaters José Rodríguez Plaza, ein Amateurfotograf, der in Spanien geboren wurde und als junger Mann nach Mexiko emigrierte. Bonillas Großmutter vermachte sie ihm nach Plazas Tod im Jahr 2000. Seitdem nimmt der 1981 in Mexiko-Stadt geborene Künstler immer neue Aspekte des umfangreichen Archivs in den Blick und schafft dadurch immer neue Erzählungen.
In „A Storm of Secondary Things“ (2012) sind es die Nebensächlichkeiten, das Geschehen im Hintergrund, das unabsichtlich Festgehaltene, das Bonillas fokussiert. Passenderweise taucht er die Bilder in die Sekundärfarben Grün, Orange und Violett. Er konfrontiert uns mit der Frage, wie unsere Wahrnehmung, unser Gedächtnis funktioniert. Gleichzeitig wirkt die Edition wie eine liebevolle Aufforderung: Achtet mehr auf die Details, denn sie bereichern die Erinnerung!
Iñaki Bonillas, A Storm of Secondary Things III
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John Cage
Der „Mozart Mix“ von John Cage ist das wahrscheinlich erste Sound-Multiple überhaupt. Herausgeber René Block arbeitete damals eng mit dem Künstler zusammen. „Nach der Klanginstallation ‚33 ½‘ von 1982 existierte der Wunsch nach einem Multiple, das Cages Idee von Klang repräsentieren könnte.“ Bei „33 1/3“ wurde aus einem Konzertstück eine Installation, in der das Publikum aus 100 Schallplatten an 12 Plattenspielern eine Klangmischung erschaffen konnte. „1991 – zum Mozartjahr – entstand dann ‚Mozart Mix‘“, so Block. Eine Klanginstallation in einem Holzkasten, hergestellt in einer Auflage von 35 Exemplaren, Mozarts Lebensjahren entsprechend. 25 Endloskassetten unterschiedlicher Länge enthalten verschiedene Mozart-Stücke, jeweils fünf werden gleichzeitig abgespielt – ein neuer Soundmix entsteht.
John Cage, Mozart Mix
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Michael Thompson
Ups! Was macht Sean Combs auf diesem Foto? Er ist nicht allein. Doch die Dame an seiner Seite ist reduziert auf einen Körperausschnitt und deshalb nicht zu erkennen. Der Titel verrät indes, dass es sich um ein bekanntes Model handelt: „Sean Combs, Emma Heming, Malibu“ (2001).
Der Fotograf Michael Thompson hat den berühmten US-amerikanischen Rapper und Musikproduzenten Sean Combs, besser bekannt unter den Pseudonymen Diddy, P. Diddy oder Puff Daddy, zu Beginn der 2000er-Jahre in Malibu gemeinsam mit dessen damaliger Freundin Emma Heming porträtiert.
Die ausgefallene Pose des Liebespaares und der gezielte Bildausschnitt machen klar: Hier geht es nur vordergründig um weibliche Schönheit, sondern vielmehr um die Darstellung von Macht und Besitz, Begierde und Leidenschaft, Erotik und Exzentrik zwischen Mann und Frau!
Michael Thompson, Sean Combs, Emma Heming, Malibu (2001)
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