Editionen, die Sie vielleicht verpasst haben

 
Siegfried Wittenburg
Siegfried Wittenburg ist es gelungen, mit dieser Fotografie den Alltag in der DDR auf beeindruckende Weise einzufangen. Die Schwarz-Weiß-Aufnahme „Schaufensterbummel (Obst und Gemüse)“ entstand im Wendejahr 1989. Es war das Jahr, in dem der Fotograf erstmals gefahrlos und unzensiert seine Meinung äußern konnte. Seine Aufnahme dient der Zeitzeugenschaft. Sie ist ein Beispiel für Wittenburgs bedeutende Arbeit als Fotograf, der auf prägnante Weise sein tägliches Umfeld, sein Leben in der DDR festzuhalten vermocht hat. Was wir sehen, ist ein Ladenlokal mit Schaufenster und Eingangstür. Am Schaufenster klebt der Schriftzug „Obst – Gemüse“. Doch dahinter herrscht gähnende Leere, keine Bananen oder Äpfel, kein Kürbis oder Kohl. Ein typisches Motiv. Willkommen in der bankrotten Planwirtschaft der DDR! Die Fotografie besticht durch eine strenge Quadrierung. Alles hier, von der Häuserwand über das Fenster bis zur Tür, ist rechteckig. Der Bildausschnitt ist so gewählt, dass er keine Menschenseele auf dem Bürgersteig erfasst. Nicht nur in dokumentarischer Hinsicht ist diese Fotografie interessant, auch künstlerisch ist sie sensibel durchdacht.
Siegfried Wittenburg, Schaufensterbummel - Obst und Gemüse
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Victor Vasarely
Sein malerisches Schlachtfeld war die geometrische Abstraktion. Und ihr fügte Victor Vasarely durch raffinierte Raumsuggestionen eine entscheidende Komponente hinzu: den optischen Effekt. Deshalb gilt der in Ungarn geborene Künstler (1908‒1997) als Vater der sogenannten Op-Art. Diese fordert uns mit wahrnehmungspsychologischen Wirkungen von Bildmustern heraus, löst Bewegungs- oder Flimmereffekte auf der Netzhaut aus. In die Kunst Vasarelys flossen auch seine Erfahrungen als Grafiker ein. Für die Olympiade in München 1972 entwarf er das offizielle spiralenförmige Logo. Und auch die Raute von Renault entstammt seinem Zeichenblock. Von 1955 bis 1968 waren seine Arbeiten regelmäßig auf der Kasseler Documenta zu sehen. Vasarely gründete im Jahr 1976 die Fondation Vasarely in Aix-en-Provence. In seiner Geburtsstadt Pécs eröffnete 1976 das Vasarely-Museum. Ein weiteres folgte 1987 in Budapest.
Victor Vasarely, YKA
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Miriam Vlaming
Miriam Vlaming ist es gelungen, einen festen Platz als Malerin in der männlich dominierten Kunstwelt einzunehmen. Von Arno Rink, deren Meisterschülerin sie an der renommierten Hochschule für Grafik und Buchdruck in Leipzig war, lernte sie, dass „Kunst machen“ eine Haltung ist, die nicht nach getaner Arbeit abgelegt werden kann.
Und so erscheint es logisch, dass sich Vlaming für ihre Kunst eine der schwierigsten und ältesten Maltechniken überhaupt ausgesucht hat: die Temperamalerei, bei der die Farbpigmente mit Eigelb gebunden werden. Schon in der Zeit der Renaissance verwendeten nur die besten und geschicktesten Maler diese Technik, denn sie verlangt größeres Vermögen und umfassenderes technisches Wissen als die herkömmliche Ölmalerei.
Miriam Vlaming, Berlin Babylon Girl
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Cecily Brown
„The Tribulations of St. Anthony“ heißt die handsignierte Aquatinta-Radierung von Cecily Brown, entstanden in Auseinandersetzung mit dem berühmten Kupferstich gleichen Themas von Martin Schongauer, einem deutschen Meister des 15. Jahrhunderts. Auf den ersten Blick ist Browns Werk gestisch-abstrakt, es dominieren die Farben Ockergelb und Braunrot; erst auf den zweiten Blick erkennt man im Bildzentrum den dämonenumschwirrten Heiligen.
Die britische Künstlerin schöpft immer wieder aus der Kunstgeschichte. Sie sei Malerin, weil sie auf das antworten wolle, was ihr vor allem in der Kunst der vorangegangenen Jahrhunderte begegne. Die Münchner Pinakothek der Moderne hat sie jüngst als eine der aufregendsten Positionen der aktuellen Gegenwartskunst präsentiert ‒ überzeugen Sie sich selbst!
Cecily Brown, The Tribulations of St. Anthony
Rose Wylie
„The whole business about being an artist is you don’t have to do what you’re told to do. There are no rules.“ Das sagte Rose Wylie 2020 in einem Interview. Und in ihrer Kunst ist dieser Freiheitsgedanke augenscheinlich verwirklicht. Die Arbeiten der britischen Künstlerin wirken unmittelbar, ihre Lebendigkeit springt uns an. In ihrer Lithografieserie „Things around the House“ von 2016 zeigt sich dieses Spielerische, auch in Abgrenzung zum Zögerlichen, zum Konzeptuellen. Ganz unterschiedlich gestimmte Frauen, Insekten, teils flatternd, ein krabbelndes Spinnentier, eine Doppeltür mit Fenstern, geschlossen – Wylie konzentriert sich auf die Essenz von Dingen und Menschen, auf das, was ihr mehr oder weniger zufällig begegnet, wie es sich ihr zeigt.
Rose Wylie, Things around the house VI
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Rose Wylie
Werke von Rose Wylie sind in Sammlungen prominenter Institutionen vertreten, darunter das Arario Museum in Seoul, das Hammer Museum in Los Angeles, das National Museum of Women in the Arts in Washington, D.C., die Städtische Galerie Wolfsburg, die Tate in London und die Walker Art Gallery in Liverpool
Rose Wylie, Things around the house V
Katharina Ziemke
Alltagsfotografien, politische und gesellschaftliche Ereignisse, Kriegs- und Pressebilder oder auch Filmstills – vielschichtig sind die Bilder, auf die Katharina Ziemke im Internet stößt. Doch sie bilden nur den Ausgang für die umfassende Aneignung der abgebildeten Szenen durch die Künstlerin. Ihr Vorgehen ist nicht von Inhalten geleitet, sondern intuitiv. Und manchmal kippt dabei das vorher Konkrete fast in die Abstraktion.
Die Edition „Bonnie“ gibt gleich im Titel einen Anhaltspunkt für die Herkunft des Motivs. Es ist die finale Szene aus dem Kultfilm „Bonnie und Clyde“ von Arthur Penn, in der Bonnies Körper, von Kugeln durchsiebt, aus dem Wagen fällt. Die Schönheit ist diesem Werk von Katharina Ziemke ebenso eingeschrieben wie der Tod. Die Künstlerin ist eine Farbvirtuosin und eine Meisterin der Hell-Dunkel-Effekte. Die Farben der Lithografie „Bonnie“ – Rosa, Indigo und Gelborange – öffnen uns ganz neue Assoziationsräume, die uns fortführen von der schlichten Interpretation des Geschehens in die eigene Fantasie hinein.
Katharina Ziemke, Bonnie
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Christo & Jeanne-Claude
Stoff war der Stoff, aus dem die Träume von Christo (1935‒2020) und Jeanne-Claude (1935‒2009) waren. Und es brauchte viel Stoff, denn ihre Fantasien waren groß: Sie verhüllten einen Küstenstreifen in Australien, spannten einen Vorhang durch ein Tal in den Rocky Mountains, stellten 1.340 blaue Schirme im japanischen Ibaraki und 1.760 gelbe Schirme in Kalifornien auf oder errichteten Tore mit Stoffbahnen auf einer Strecke von 37 Kilometern im New Yorker Central Park.
Christo & Jeanne-Claude, Over the River II (Underneath)
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Olaf Hajek
Ein wundersames „Nest“ trägt die Frau auf Olaf Hajeks gleichnamigem, von Hand koloriertem Fotodruck aus dem Jahr 2015 auf dem Kopf. Es besteht aus Vögeln, Blättern sowie Gesichtern, zudem sind Augen zu erkennen, die uns direkt anschauen oder, wie es die Dargestellte tut, an uns vorbeisehen: Detailreich schmückt der Künstler das Haupt dieser stolzen, nachdenklichen Frau.
Folkloristische Kunst aus Afrika inspirierte den Maler Hajek zu seiner sogenannten „Flowerheads“-Serie, in die sich die „Nest“-Edition einreihen lässt. Fantasievoll verbindet er hier das Genre Stillleben mit der Porträtmalerei und lässt mystisch geformte Frisurenwelten entstehen. „Die Malerei ist für mich ein intuitiver und emotionaler Akt“, sagt Hajek, der weltweit auch als Illustrator gefeiert wird. So erzählt er uns immer neue, nie ganz zu ergründende Geschichten.
Olaf Hajek, Nest
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John Cage
Der „Mozart Mix“ von John Cage ist das wahrscheinlich erste Sound-Multiple überhaupt. Herausgeber René Block arbeitete damals eng mit dem Künstler zusammen. „Nach der Klanginstallation ‚33 ½‘ von 1982 existierte der Wunsch nach einem Multiple, das Cages Idee von Klang repräsentieren könnte.“ Bei „33 1/3“ wurde aus einem Konzertstück eine Installation, in der das Publikum aus 100 Schallplatten an 12 Plattenspielern eine Klangmischung erschaffen konnte. „1991 – zum Mozartjahr – entstand dann ‚Mozart Mix‘“, so Block. Eine Klanginstallation in einem Holzkasten, hergestellt in einer Auflage von 35 Exemplaren, Mozarts Lebensjahren entsprechend. 25 Endloskassetten unterschiedlicher Länge enthalten verschiedene Mozart-Stücke, jeweils fünf werden gleichzeitig abgespielt – ein neuer Soundmix entsteht.
John Cage, Mozart Mix
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Irina Mmur
„The main component of my work is interaction between reality, subconsciousness and intuitive conversation with the image at the moment of creation“, schreibt die Malerin Irina Mmur in ihrem künstlerischen Statement. Die Entstehung des Kunstwerks sei ein intimer Moment des Eintauchens in eine Fantasiewelt, geprägt von Fragilität, Emotionen, Gefühlen, Neugierde, Sexualität und Ängsten, aber auch voller Power, sagt sie, und ordnet ihre Arbeiten dem figurativen Symbolismus zu.
Irina Mmur, Close on, close off
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Jannis Kounellis
Jannis Kounellis zählt zu den prägendsten Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Der 1936 in Griechenland geborene Künstler wählte Italien zu seiner Heimat. Als er 1969 zwölf lebende Pferde in einem Galerieraum in Rom anband, gelang ihm eine Revolution: Kounellis brach nicht nur mit dem sterilen Ambiente einer Galerieshow, er ersetzte auch das klassische Tafelbild. Statt eines gerahmten Gemäldes nagelte er ein Leinentuch an die Wand, hing Eisenplatten davor, klemmte Mäntel dazwischen und befestigte Kohlebrocken an der Decke.
Jannis Kounellis, Senza Titolo
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Piero Dorazio
Der italienische Maler, Grafiker, Bildhauer, Kunstlehrer, Autor und Publizist Piero Dorazio gilt als einer der führenden Vertreter der konkreten Farbmalerei und als Pionier der abstrakten Kunst in Italien. Dorazio wurde 1927 in Rom geboren und begann schon als Teenager zu malen und zu zeichnen. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte er seine Werke mit anderen progressiven Künstlern, u.a. Mitgliedern der „Forma 1“, der ersten Künstlergruppe abstrakter Malerei in Italien, aus. Ab 1945 studierte Dorazio Architektur in Rom, 1947 erhielt er ein Stipendium an der École nationale supérieure des Beaux-Arts in Paris und traf dort berühmte Kollegen wie Georges Braque oder Henri Matisse. Zurück in Rom, gründete er ebendort und in Florenz die Galerie „Age d'Or“, um die abstrakte Kunst salonfähig zu machen, und schrieb außerdem Kunstkritiken. Während eines Stipendienaufenthalts an der Harvard University 1953 freundete er sich mit Vertretern des Abstrakten Expressionismus wie Marc Rothko, Robert Motherwell und Barnett Newman an. Dorazio erhielt u.a. den Prix Kandinsky.
Piero Dorazio, Aurora
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Isabelle Dutoit, Verena Landau, Claudia Rößger, Miriam Vlaming
Gibt es das weibliche Pendant zur Neuen Leipziger Schule? Ja! Die Künstlerinnen Isabelle Dutoit, Miriam Vlaming, Claudia Rößger und Verena Landau studierten alle in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst; zwischen 1999 und Mitte der 2000er Jahre haben sie bei den renommierten Professoren Arno Rink und Neo Rauch ihre Abschlüsse gemacht. Sicher ist: Sie alle haben eine fundierte Malereiausbildung genossen. Statt nach dem Studium ein Kollektiv zu gründen wie einige ihre heute berühmten männlichen Kommilitonen, wurden sie zu Einzelkämpferinnen ‒ eine Chance: Unbeachtet von dem teils unsteten, unruhigen Kunstmarkt, konnten sie alle vier künstlerisch uneingeschränkt experimentieren. Der Tradition der figurativen Malerei verhaftet, hat jede von ihnen einen eigenen Weg eingeschlagen. Das Ergebnis ist bemerkenswert. Ihre Malerei geht über das Altbekannte der Figuration hinaus.
Isabelle Dutoit, Verena Landau, Claudia Rößger, Miriam Vlaming, Künstler*innen-Mappe inkl. 4 Lithografien
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Joel Meyerowitz
Joel Meyerowitz zählt zu den bedeutendsten Mitbegründern der „Street Photography“ und der „New Color Photography“. Seit 1962 fotografiert er in Farbe ‒ seinerzeit ein Novum, denn nur die Schwarz-Weiß-Fotografie war damals als Kunst anerkannt. Gegenstand von Meyerowitz‘ Momentaufnahmen war das pulsierende Leben auf den Straßen New Yorks. Bis heute prägen seine Fotografien unser Bild von der amerikanischen Metropole. Für ein Buchprojekt reiste der in New York und Italien lebende Fotograf Joel Meyerowitz nach Frankreich in die Provence und besuchte in Aix-en-Provence unter anderem das Atelier des Malers Paul Cézanne.
Joel Meyerowitz, Cézanne's Objects. Pitcher
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A.R. Penck
An A. R. Pencks frühes Vorbild Picasso erinnern nicht nur die kubistischen Anleihen in der Lithografie „Ariadne – Minotaurus“, sondern auch das Motiv: Keine andere Figur tritt so oft in den Werken des spanischen Malerstars auf wie der Minotaurus, eine Gestalt mit menschlichem Körper und dem Kopf eines Stiers. Und auch Penck greift immer wieder auf dieses Zwitterwesen zurück. Die Edition aus dem Jahr 1992 erzählt eine jahrtausendealte Geschichte: Laut der griechischen Mythologie half Ariadne, die Tochter des kretischen Königs Minos, dem späteren Herrscher Athens, Theseus, dabei, den Minotaurus zu besiegen. Auch dass sie als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt wurde, scheint sich in Pencks Interpretation zu spiegeln. Die Linienführung sowie das geheimnisvolle Zeichenvokabular aus Strichfigur, Pfeil, Sonne oder Mond machen aus der Lithografie einen typischen Penck – grafisch kraftvoll und archaisch.
A.R. Penck, Ariadne - Minotaurus
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Joachim Lambrechts
Joachim Lambrechts arbeitet ohne Skizzen ‒ anders als im Falle der riesigen Murals, die der Künstler, aus der Graffiti-Szene kommend, als Auftragsarbeiten in ganz Europa realisierte, bevor er sich ausschließlich der Leinwand verschrieb. In der Spontaneität findet der 1986 in Antwerpen geborene Maler die nötige Freiheit für seine Kreativität. Der frühere Drummer vergleicht seinen Umgang mit dem Pinsel mit dem Einsatz von Schlagzeugsticks: einfach freudvoll loslegen! Die Musik ist für ihn bis heute eine große Inspiration.
Joachim Lambrechts, 2 alligators resting on the shore after breakfast - blue
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Lukas Glinkowski
Der 1984 im polnischen Chelmno geborene Wahlberliner Lukas Glinkowski involviert uns als Rezipient*innen immer wieder in sein Werk, nicht nur mithilfe von Spiegeloberflächen, teils lädt er auch zu konkreten Mitmalaktionen ein. Sein Inspirationsfeld ist der öffentliche Raum. Der Schriftzug „Just keep swimming“ verweist auf seine Vorliebe für Graffitis, aber auch für Wandkritzeleien, wie sie häufig auf Wänden, Fliesen oder eben Spiegeln in Clubtoiletten und U-Bahn-Tunneln zu finden sind. Den Maler interessiert die multiple Urheberschaft solcher „Werke“ genauso wie die offenen Interpretationsmöglichkeiten der hinterlassenen Botschaften, die uns mit gesellschaftlichen oder auch ganz persönlichen Sinnfragen konfrontieren.
Glinkowski war Meisterschüler bei Katharina Grosse an der Kunstakademie Düsseldorf. Der Preisträger des Berlin Hyp-Preises von 2018 erhielt 2019 ein Stipendium der Villa Aurora in Los Angeles.
Lukas Glinkowski, Just Keep Swimming
Christiane Wöhler
Es geht der Fotografin um die Augenblicke, in denen ein Verschwimmen der Grenzen sichtbar wird, und sich der natürliche Widerspruch offenbart. Es ist unklar, wo in ihren Bildern das Reale endet und das Traumhafte beginnt. Sie strahlen Intimität, Zartheit aus, und in dieser Verletzlichkeit schwingt gleichermaßen Gefahr, Gefährdung mit. Solcherart können Wöhlers Fotografien als poetisch-romantisches Bekenntnis einer Künstlerin gedeutet werden, die nach Wahrhaftigkeit sucht – oder wie sie es selbst formuliert hat: „Es ist mein Anspruch, eine Form von Wahrheit zu schaffen. Ein für mich gutes Bild zeigt oft einen Zwiespalt, ohne dadurch unklar zu sein, im Gegenteil, es wird authentisch und erzählt eine Geschichte.“
Christiane Wöhler, Möwenmädchen
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Arthur Elgort
„I love...“ ist der Titel dieser großartigen Collector´s Edition, eine über 200 Seiten starke Liebeserklärung des US-amerikanischen Modefotografen Arthur Elgorts an die Frau – an ihre Schönheit, Weiblichkeit, Ausstrahlung und Stärke!
Zu der Publikation gehört die auf 30 Stück limitierte Foto-Edition von Elgort, die das Supermodel Gia Ciangari in einem ungewöhnlichen Moment portraitiert: barbusig und mit Lockenwicklern in den Haaren. Entstanden ist das Foto 1980 auf Fire Island. Die damals 20-jährige Gia war zu der Zeit auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, im selben Jahr zierte sie das Cover der amerikanischen Vogue.
Elgort gewährt uns mit dem Foto einen sehr intimen Einblick in das Leben eines Supermodels, das 1986 tragisch endete. Gia Ciangari starb 1986 an einer Überdosis Heroin.
Arthur Elgort, I love ... 'Gia Carangi', Fire Island, 1980
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Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
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Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
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Bianca Kennedy
Ist die Badewanne der letzte Ort des Rückzugs und der Kontemplation? Die transformierende Kraft des Wassers in der Wanne, die als Dreh- und Angelpunkt besonders in Filmen genutzt wird, fängt Bianca Kennedy mit ihrer Edition „Portraits of Taking a Bath in Movies“ ein. Denn im Film spielt die Badewanne und das, was in ihr passiert, eine besondere Rolle: als Ort von lebensverändernden Geheimnissen, von Mord und Totschlag oder auch als Beichtstuhl, in dem Verborgenes preisgegeben wird.
Bianca Kennedy, Serie
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Antoni Tàpies
Erde, Leim und Marmorstaub – der aus Barcelona stammende Maler Antoni Tàpies, der als Hauptvertreter des spanischen Informel gilt, arbeitete mit außergewöhnlichen Materialien und gab seinen Werken so eine reliefartige Struktur. Der Künstler trug dicke Farbpasten auf die Leinwand auf, ritzte geheimnisvolle Zeichen und Symbole hinein. So drang er in den Bereich des Mystischen, des Spirituellen vor. Wie die Surrealisten, die ihn anfangs beeinflussten, folgte Tàpies Prozessen des Unbewussten. Obwohl er als einer der größten Künstler unserer Zeit gefeiert wird, sah sich der 2012 mit 88 Jahren verstorbene Maler selbst als „einfacher Amateur“, bis zuletzt „auf der Suche nach dem perfekten Bild“.
Antoni Tàpies, Clau del Foc IV
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John Baldessari
In der Edition „Picture in a Frame“ hat John Baldessari gleich zwei Zitate versteckt. Er bezieht sich mit dem Werk auf den gleichnamigen Song des US-amerikanischen Singer-Songwriters Tom Waits und liefert damit quasi den Soundtrack zur Betrachtung des Werks. Der Titel hält erst einmal nüchtern fest, was wir vor uns haben: ein Bild in einem Rahmen. „I love you baby and I always will / Ever since I put your picture in a frame“, heißt es dagegen hochromantisch bei Waits. Verpackt Baldessari hier also eine Liebeserklärung an die Malerei? Der Künstler zeigt uns ein – gespiegeltes – Detail aus Gustave Courbets Gemälde „L’Hallali du cerf“, in dem der französische Maler 1867 auf großer Leinwand den Tod eines Rothirschs während einer Parforcejagd festhielt. Vielleicht lässt sich Baldessaris zeitgenössische Antwort darauf als Reset-Taste interpretieren, das vermeintlich überkommene Genre ausgerechnet anhand von zum Klischee geronnenen Hirsch- und Jagddarstellungen noch einmal neu und vorurteilsfrei zu betrachten.
John Baldessari, Picture in a Frame
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Rosemarie Trockel
„Die Ironie kommt immer zum Einsatz, wenn ich bissig werden muss. Das ist ein Laster, das mich davor schützt, zynisch zu werden.“ Das sagte Rosemarie Trockel 1987 in einem Interview. In ihrer signierten und nummerierten Edition „The Steinem Look“ aus dem Jahr 2011 ist dies ganz offensichtlich der Fall. Denn dass die feministische Ikone Gloria Steinem hier auf ihren „Look“ reduziert wird, wird ihrer Rolle natürlich in keinster Weise gerecht – und wirft doch ein Schlaglicht auf die Wahrnehmung von Frauen in der Öffentlichkeit, die bis heute mehr Kontinuitäten als Brüche erlebt. Steinem gründete 1971 mit „MS“ die erste feministische Zeitschrift und wurde zur Mitbegründerin der modernen Frauenbewegung in den USA. Rosemarie Trockels künstlerische Karriere begann in den 1980er Jahren, in denen politisch Konservative dazu aufriefen, sich auf „traditionelle“ Familienwerte zu besinnen. Ihre Werke waren damals auch Teil der berühmt gewordenen Gruppenausstellung „Eau de Cologne“, in der die Galerie Sprüth Magers ausschließlich Künstlerinnen zeigte – in der fand 1983 auch die erste Einzelausstellung Trockels statt. Nur fünf Jahre später waren Rosemarie Trockels Arbeiten dann im New Yorker MoMA zu sehen.
Rosemarie Trockel, The Steinem Look
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Peter Fischli / David Weiss
Das „Haus“ von Fischli/Weiss ist weltberühmt: die Nachbildung eines unscheinbaren, modernistischen Gewerbegebäudes im Maßstab 1:5. Es gilt als ein Hauptwerk der Künstler. Auch hiermit huldigen sie dem Alltäglichen. Ursprünglich entworfen für die „Skulptur Projekte Münster“-Ausstellung im Jahr 1987 – platziert abseits touristischer Pfade neben einer Würstchenbude –, danach in einer wetterfesten Version nachgebaut aus Aluminium und mit einem Farbanstrich versehen. Es sollte ein biederes, Gewöhnlichkeit ausstrahlendes Haus „mittelständiger Macht und Prachtentfaltung“ sein, wie es Fischli/Weiss im Projektantrag formulierten. Die gleichnamig betitelte handgeklebte Collage zeigt die Installation vor dem Solomon R. Guggenheim Museum in New York. Genau dort stand das „Haus“ tatsächlich anlässlich der Fischli/Weiss-Retrospektive im Jahr 2016 – im bestmöglichen Gegensatz zur ikonischen Architektur von Frank Lloyd Wright. „Mich interessiert die Frage nach der Illusion des Echten, Authentischen und der Aufrichtigkeit des Nachgemachten, Un-Authentischen“, sagte Peter Fischli einmal. Zu groß für ein Modell und zu klein für ein Gebäude – näher dran am echten Leben geht wohl kaum.
Peter Fischli / David Weiss, Haus
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Wolfgang Tillmans
1998 zeigte Tillmans erstmals „nicht mit der Kamera gemachte Bilder“. Hierzu hat er entweder unbelichtetes Fotopapier oder solches, das vorher unterschiedlich farbigen Lichtquellen ausgesetzt war, durch die Entwicklungsmaschine geführt, wobei diese noch Spuren von Chemikalien oder Wasser enthielt. Indem das Papier diesen Vorgang durchläuft, kommt es zu Schlieren, Kratzern, Druckstellen oder anderen unvorhergesehenen Veränderungen. Auch für Fotografie von 2005, die Vorlage für den signierten Offsetprint mit dem Titel „It´s Only Love, Give It Away“ war, nutzt Tillmans dieses experimentelle Vorgehen. Das Ergebnis ist eine verblüffend körperliche, farbintensive und zugleich zarte Fotografie, deren letzte Exemplare wir heute auf artflash präsentieren.
Wolfgang Tillmans, It´s Only Love – Give It Away
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Dorothy Iannone
Einzigartig, freizügig, subjektiv, autobiografisch, mystisch und radikal ist Iannones Werk, für das sich Sammler aus aller Welt interessieren. Auf institutioneller Ebene erfuhren ihre Arbeiten erst spät Beachtung, feiern jetzt jedoch ein Comeback. Die Berlinische Galerie widmete Iannone 2014 anlässlich ihres 80. Geburtstages eine längst überfällige umfangreiche Retrospektive.
Welche Antwort gibt man auf diese Frage: „Doesn't everyone make mistakes in September?" Auf 2014 datiert ist diese Edition in Schwarz-Weiß. Die Originalzeichnung entstand bereits 1976. Damals zeichnete Dorothy Iannone das Motiv auf eine Postkarte. Noch im selben Jahr gab die in Boston, Massachusetts, geborene Künstlerin ihrem Leben eine neue Richtung und ging mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin. Dort lebt sie bis heute.
Dorothy Iannone, Doesn’t Everyone Make Mistakes in September?
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George Byrne
Der Schatten eines Schwimmreifens, Palmen vor wolkenlosem Himmel, menschenleere Gebäudefassaden, bizarre Details - der australische Fotograf George Byrne schaut hin, wo scheinbar nichts passiert. Doch die Straßen- und Landschaftsfotografie des Vierzigjährigen Australiers strahlt! Sie ist Lebensgefühl pur. Ein Roadmovie durch bezaubernde Farben, schillerndes Licht und ungewöhnliche Bildkompositionen.

Für sein letztes Projekt „Local Devision“ fuhr Byrne Tag um Tag, Stunde um Stunde in einem ehemaligen Polizeiauto durch die Vororte seiner Wahlheimat Los Angeles. „Local Devision“ so hieß auch seine erste große Einzelausstellung, als er zurück nach Australien kam, bei dem Galeristen Tim Olsen 2016 in Sydney. Ein Senkrechtstart ‒ mit ihr wurde Byrne einem größeren Kunstpublikum bekannt. Byrne, der an der Sydney University und am Sydney College for the Arts studierte, ist zudem Sänger und Songwriter. Angesichts seiner Bilder ist es wahrlich nicht schwer, einen Song vom ewigen Sommer im Ohr zu haben.
George Byrne, 99c Silverlake #3
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