Editionen, die Sie vielleicht verpasst haben

 
Stefan Marx
„Ich wollte immer die visuelle Seite meiner Lieblingskultur mitgestalten.“ Das war der Teenagertraum von Stefan Marx, Künstler und Designer, der tief in der Skateboarder-Szene verankert ist. Bereits mit 16 Jahren gründete er sein eigenes T-Shirt-Label und brachte Zines in kleinen Auflagen heraus. Heute wird er heftigst umworben, sei es von Plattenfirmen, Verlagen oder Galerien. In Hamburg studierte er Typografie. Marx spricht von sich am liebsten als Zeichner. „Eine bewusste Entscheidung, Künstler zu werden, habe ich immer noch nicht getroffen“, sagt er. Es ist ihm wichtig, die Kunstwelt regelmäßig auch wieder verlassen zu können. Der Zauber seiner Arbeiten liegt im Alltäglichen, das sie verhandeln.
Stefan Marx, Feelings aren't final
Geneviève Claisse
Die Französin Geneviève Claisse (*1935) starb in 2018 im Alter von 83 Jahren. Sie war die Grande Dame der geometrischen Abstraktion. Claisse studierte an der École des Beaux-Arts in Paris. Ihre erste Ausstellung hatte sie 1960, in der Folge wurde ihr Œuvre weltweit in Museen und Galerien gezeigt. Herausragend ist die Stabilität im Schaffen der Malerin, auf ihr Werk ist Verlass. Stets herrscht ein Ungleichgewicht der Formen, die auf einen makellosen Farbauftrag treffen. Bei Claisse wird die Farbfläche lebendig, die Künstlerin war immer auf der Suche nach Bewegung. Insbesondere kommt diese Suche in ihren dreidimensionalen Arbeiten zum Ausdruck.
Geneviève Claisse, Composition géometrique
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Naja Conrad-Hansen
Naja Conrad-Hansen, halb Dänin, halb Finnin, absolvierte 2003 die Kopenhagener Royal Danish Academy of Fine Arts und arbeitet seitdem als Künstlerin und Illustratorin in der dänischen Hauptstadt. Neben der Zusammenarbeit mit Labels wie Adidas oder Louis Vuitton widmet sie sich freischaffend insbesondere der Ölmalerei und Tuschezeichnung. Sie zählt laut „Lürzers Archiv“, dem Fachmagazin der Kreativwirtschaft, zu den „200 besten Illustratoren weltweit“, ihr Werk ist in über 30 Büchern greifbar, darunter in ihrem preisgekrönten Kinderbuch „Drømmeprinsessen“ („Traumprinzessin“), das im Rahmen eines Wettbewerbs der Kopenhagener Kunstakademie und des Buchverlages Gyldenhal entstanden ist.
Stark geprägt hat Naja Conrad-Hansen ein Aufenthalt im West-Berlin der 1980er Jahre, wo sie in einem Wohnwagen lebte und die lebendige Undergroundszene der eingemauerten Stadt für sich entdeckte. Doch auch die 1920er Jahre mit ihren schillendern Charakteren und Geschichten sind in ihren aktuellen Werken deutlich spürbar.
Naja Conrad-Hansen, Black
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Mary Heilmann
Mary Heilmann gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen der Gegenwart. Einst zierten ihre knallbunten, an Würfel erinnernden Gartenstühle das Dach des aufsehenerregenden Neubaus des Whitney Museum of American Art an der Gansevoort Street in New York. 2013 hat ihr das Kunstmuseum Bonn eine Doppelausstellung zusammen mit dem verstorbenen deutschen Künstler Blinky Palermo gewidmet.
Mary Heilmann, It´s raining today
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Ralph Gibson
Der Amerikaner Ralph Gibson ist ein gefeierter Fotograf, der seit den 1960er Jahren vor allem für seine schwarz-weiß-Aktaufnahmen international bekannt ist. 1939 in Los Angeles geboren, begleitete der junge Gibson häufig seinen Vater, einen Regieassistenten von Alfred Hitchcock, in die Studios von Hollywood und wurde so früh mit der Kamera vertraut. Später folgten Assistenzen für die berühmten Dokumentarfotografen Robert Frank und Dorothea Lange.
Ralph Gibson, In situ
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David Lynch
Es war Lynchs frühere Lebensgefährtin Isabella Rossellini, die dem legendären Kunsthändler Leo Castelli Arbeiten von ihm zeigte, 1989 hatte Lynch dann eine Ausstellung in Castellis Galerie in New York. Inzwischen waren seine Kunstwerke immer wieder in großen Werkschauen auch in Deutschland zu sehen. 2010 erhielt Lynch den renommierten Goslarer Kaiserring. Mit „The Unified Field“ hatte der Künstler 2014/15 eine große, viel beachtete Retrospektive in der Pennsylvania Academy of the Fine Arts. Everything comes in circles.
David Lynch, Nude
Auf Anfrage
Jiří Georg Dokoupil
Über 100 verschiedene Stile und Techniken werden Jiří Georg Dokoupil von der Kunstwelt zugeschrieben. Er selbst meinte schon 1992, eine Retrospektive seines Werkes werde einmal aussehen wie eine Gruppenausstellung von 20 Malern. Dies hat sich inzwischen bewahrheitet: Große Soloausstellungen in den Hamburger Deichtorhallen oder im Museo Nacional Reina Sofia in Madrid sind der eindrucksvolle Beleg dafür.
Jiří Georg Dokoupil , Köpfe
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Marcel Dzama
Marcel Dzama ist bekannt für seine detaillierten, feingliedrigen Zeichnungen. Gedämpfte Farben, obskure Figuren, erotische Motive und psychosexuelle Themen machen das Werk des kanadischen Künstlers unverkennbar. Dzama, der 1974 in Winnipeg geboren wurde, arbeitet darüber hinaus mit Skulptur, Malerei und Video. Er wird in New York und London von David Zwirner vertreten, einem der wichtigsten Galeristen weltweit.
Marcel Dzama, Opposition and Sister, Squares Reconciled Ex Libris Nr. 20
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Stefan Marx
Stefan Marx mag es einfach und konkret. Er zeichnet zumeist schwarz-weiß, Farbe ist ihm oftmals zu dekorativ. Dabei wird das Weiß ausgespart und nur das Schwarz gesetzt. Und Marx zeichnet schnell. „Ich habe mir angewöhnt, Dinge direkt durchzuziehen“, so der Künstler, der lieber Zeichner genannt werden möchte. Denn andernfalls sei die Stimmung vielleicht alsbald schon wieder eine andere. Und um diese Stimmung geht es ihm. Wie kann ich ein Lied bei mir haben, ohne die Musik laufen zu lassen? Wie kann ich Gefühl und Atmosphäre zeichnerisch beschreiben? Dem spürt Marx in seinen Bildern nach.
Stefan Marx, Rare Feelings
Bestellbar
Stefan Marx
Stefan Marx mag es einfach und konkret. Er zeichnet zumeist schwarz-weiß, Farbe ist ihm oftmals zu dekorativ. Dabei wird das Weiß ausgespart und nur das Schwarz gesetzt. Und Marx zeichnet schnell. „Ich habe mir angewöhnt, Dinge direkt durchzuziehen“, so der Künstler, der lieber Zeichner genannt werden möchte. Denn andernfalls sei die Stimmung vielleicht alsbald schon wieder eine andere. Und um diese Stimmung geht es ihm. Wie kann ich ein Lied bei mir haben, ohne die Musik laufen zu lassen? Wie kann ich Gefühl und Atmosphäre zeichnerisch beschreiben? Dem spürt Marx in seinen Bildern nach. „Er hat eine Bildsprache entwickelt, ähnlich wie Keith Haring, die man weltweit verstehen kann“, so rühmte ihn der ehemalige Leiter des Hamburger Kunstvereins, Florian Waldvogel, einmal. Marx vermag also etwas, das ähnlich dem ist, was Musik kann.
Stefan Marx, Daylight is back tomorrow again
Vergriffen
Roy Lichtenstein
Wer ist Freund, wer ist Feind? Wer hier spricht, das ist auf Roy Lichtensteins nach „Whaam!“ berühmtestem Kriegsbild nicht ganz klar. „As I Opened the Fire“ ist ein Triptychon, das wenige Sekunden zweier Kampfflugzeuge während der Schlacht zeigt. Das erste und das letzte der einem DC Comic mit dem Titel „All American Men of War“ nachempfundenen Panels vertauschte der gefeierte Pop-Art-Künstler, was das Verständnis dieser kurzen Episode zusätzlich erschwert. „As I Opened the Fire“ steht für Lichtensteins Vorliebe für Cartoons und Comics zu Beginn seiner Karriere und den Rückgriff auf die Populärkultur, mit der er und seine Weggenossen die bildende Kunst revolutionieren sollten.
Roy Lichtenstein, As I Opened the Fire
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Meret Oppenheim
Meret Oppenheim gelang ein kometenhafter Aufstieg als Künstlerin. Der Schweifstern kann als Sinnbild für ihre frühe Karriere stehen. „Kleiner Komet“ heißt auch die monogrammierte Farbserigrafie aus dem Kerber Verlag. Hier erinnert er an eine Art Himmelsgefährt, umwebt von vielen kleinen Sternen, golden glänzend wie er. Stehen die zwei Kreise für ein androgynes Wesen? So jedenfalls, geschlechtsneutral, wünschte sich Oppenheim stets die Kunst.
Meret Oppenheim, Kleiner Komet
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Rosemarie Trockel
Verrätselt ist die Aura, die Rosemarie Trockels Werk umgibt. Die Spuren, die die Künstlerin legt, sind so vielfältig wie die Medien, in denen sie arbeitet. „The minute something works, it ceases to be interesting. As soon as you have spelled something out, you should set it aside.“ Diesen hohen künstlerischen Anspruch formulierte Rosemarie Trockel in einem ihrer seltenen Interviews, und er deutet an, dass sie, bevor sie sich festzulegen droht, in immer neue Ideen flieht. Da ist es erstaunlich, dass sich die 62-Jährige erst jetzt eine Pause gönnt: Anfang des Jahres verkündete sie, sich in den kommenden sieben Jahren aus dem Kunstgeschehen zurückzuziehen, um sich ganz auf ihr Schaffen zu konzentrieren.
Rosemarie Trockel, Misleading Interpretation
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Françoise Pétrovitch
Das Fragile interessiert Françoise Pétrovitch, daher überrascht es nicht, dass ihr – obwohl sie mit unterschiedlichsten Materialien und Medien arbeitet – die Zeichnung die liebste künstlerische Technik ist. Dabei kommt es ihr auf die spontane Geste an, frei skizziert sie in einfachen Linien Figuren auf Papier. Diese changieren zwischen Kindheit und Erwachsensein, männlich und weiblich oder auch Mensch und Tier. Die Gestalten der 1964 in Chambéry geborenen Pétrovitch stehen meist isoliert auf weißem Grund. Das verleiht ihnen Kraft – vermittelt aber auch das Gefühl von Verlorenheit.
Françoise Pétrovitch, Les Sommeils 1
Bestellbar
Françoise Pétrovitch
Das Fragile interessiert Françoise Pétrovitch, daher überrascht es nicht, dass ihr – obwohl sie mit unterschiedlichsten Materialien und Medien arbeitet – die Zeichnung die liebste künstlerische Technik ist. Dabei kommt es ihr auf die spontane Geste an, frei skizziert sie in einfachen Linien Figuren auf Papier. Diese changieren zwischen Kindheit und Erwachsensein, männlich und weiblich oder auch Mensch und Tier. Die Gestalten der 1964 in Chambéry geborenen Pétrovitch stehen meist isoliert auf weißem Grund. Das verleiht ihnen Kraft – vermittelt aber auch das Gefühl von Verlorenheit.
Françoise Pétrovitch, Les Sommeils 4
Bestellbar
Françoise Pétrovitch
Das Fragile interessiert Françoise Pétrovitch, daher überrascht es nicht, dass ihr – obwohl sie mit unterschiedlichsten Materialien und Medien arbeitet – die Zeichnung die liebste künstlerische Technik ist. Dabei kommt es ihr auf die spontane Geste an, frei skizziert sie in einfachen Linien Figuren auf Papier. Diese changieren zwischen Kindheit und Erwachsensein, männlich und weiblich oder auch Mensch und Tier. Die Gestalten der 1964 in Chambéry geborenen Pétrovitch stehen meist isoliert auf weißem Grund. Das verleiht ihnen Kraft – vermittelt aber auch das Gefühl von Verlorenheit.
Françoise Pétrovitch, Se coiffer
Bestellbar
Elizabeth Peyton
„Ich lese den Melody Maker wie Marcel Proust.“ An diesem Zitat der Malerin Elizabeth Peyton lässt sich ablesen, dass sie sich weder um Konventionen noch um die Unterscheidung zwischen E- und U-Kultur schert. Die US-amerikanische Künstlerin malt Menschen. Das können junge Musiker wie Pete Doherty und Kurt Cobain oder historische Figuren wie Napoleon und König Ludwig II. sein. Mit den Porträts Letzterer überraschte sie ihr Publikum bei einer ihrer ersten Einzelausstellungen im Chelsea Hotel in New York, da war sie 28 Jahre alt.
Elizabeth Peyton, Camille Claudel Flowers and Books
Auf Anfrage
Irmel Droese
Irmel Droeses Werk ist Abbild ihrer kreativen Energie – und auch ein Spiegel der Anfänge ihres künstlerischen Werdegangs als Meisterschülerin von Joseph Beuys. Unverkennbar infiziert von der Fluxus-Bewegung und den damit einhergehenden Angriffen auf das Elitäre in der Kunst sowie deren Öffnung ins Leben, begann die 1943 geborene Droese unter dem Titel „Irmels Puppen – das Handpuppentheater auf den Schultern“ eigene Stücke zu entwerfen und aufzuführen. Sie ist eine Meisterin der Sprache, Stimme, Gestik und Mimik. 1992 gründete sie schließlich das Bewegungstheater Werkstattbühne Düsseldorf.
Irmel Droese, Bleistiftzeichnung, édition séparée No. 15 (2)
Vergriffen
Françoise Pétrovitch
„Rougir“, deutsch „erröten“, so heißt eine ganze Serie von Siebdrucken der Künstlerin Françoise Pétrovitch. Mit der Grundfarbe Rot, einer Farbe, die Emotionen und Gefahr symbolisiert, wurde diese Arbeit gedruckt. Weiß ist die zweite Hauptfarbe des Bildes, nicht nur als Hintergrund.
Françoise Pétrovitch, Rougir (bronzage)
Bestellbar
Françoise Pétrovitch
„Rougir“, deutsch „erröten“, so heißt eine ganze Serie von Siebdrucken der Künstlerin Françoise Pétrovitch. Mit der Grundfarbe Rot, einer Farbe, die Emotionen und Gefahr symbolisiert, wurde diese Arbeit gedruckt. Weiß ist die zweite Hauptfarbe des Bildes, nicht nur als Hintergrund.
Françoise Pétrovitch, Rougir (coulures)
Bestellbar
Françoise Pétrovitch
„Rougir“, deutsch „erröten“, so heißt eine ganze Serie von Siebdrucken der Künstlerin Françoise Pétrovitch. Mit der Grundfarbe Rot, einer Farbe, die Emotionen und Gefahr symbolisiert, wurde diese Arbeit gedruckt. Weiß ist die zweite Hauptfarbe des Bildes, nicht nur als Hintergrund.
Françoise Pétrovitch, Rougir (amies)
Bestellbar
Dieter Kleintje
„12 Zweierkombinationen der vier Bewegungsrichtungen: Vertikale, Horizontale, fallende und steigende Diagonale‟ ‒ der Titel der signierten Edition klingt nach Mathematik. Doch Dieter Kleintjes Kunst ist eben nicht rein rational. Im besten Sinne unideologisch, kann sich hier, da das Konzept offengelegt ist, die universelle Wirkkraft von Kunst entfalten. Denn was sich in Kleintjes Werken uns als Betrachtern zeigt, ist so viel mehr als die Summe seiner Teile. „Conceptual artists are mystics rather than rationalists‟, so hat es Sol LeWitt 1978 einmal beschrieben – ein Künstler, der prägend für Kleintje war. Dass der Konkreten Kunst innewohnende Wunder ist, dass es dazu keiner von dem Künstler vorgegebenen Erzählung bedarf.
Dieter Kleintje, 12 Zweierkombinationen d. vier Bewegungsrichtingen: Vertikale, Horizontale, fallende u. steigende Diagonale
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Sigmar Polke
Die Serigrafie „Hallucie“ von 1998 hat eine Auflage von nur 70 Exemplaren. Eines davon befindet sich in einer der wichtigsten Kunstsammlungen weltweit: Das MoMA in New York beherbergt dieses Werk von Sigmar Polke. Die Darstellung folgt der Idee einer russischen Matrjoschka und ihrem Figur-in-der-Figur-Prinzip: So positionierte Polke hier eine seitlich stehende Frau mit blondem Haar und rosafarbenem Kleid im nur umrisshaft festgehaltenen Körper einer madonnenähnlichen Gestalt. Diese blickt mit verklärt anmutendem Ausdruck in Richtung des Betrachters. Die ineinander geschachtelten Frauen sind in der für Polke typischen Rastertechnik gemalt. Der Hintergrund in Schwarz-Weiß wirkt ironisch gebrochen, denn aus den Mustern und Formen ragen Gesichter von Mensch und Tier hervor.
Sigmar Polke, Hallucie
Vergriffen
Sebastian Nebe
Sebastian Nebe gelingt immer wieder ein ganz besonderes Kunststück – so auch in seinem Unikat „Bungalow” in Öl: Er verschafft uns einen Zugang zu verschiedenen Zeitebenen der Orte, die er in den Blick nimmt – in einem einzigen Bild. Wie in einem unsichtbaren Zeitraffer nehmen wir den einst urwüchsigen und jetzt vom Menschen in Besitz genommenen Wald oder das einst bewohnte und jetzt zerstörte Haus wahr. So wirkt Nebes „Bungalow“ wie das Setting eines längst abgedrehten Films. Kunst- und Zivilisationsgeschichte sind spürbar zugegen in seinen Werken, die nichtsdestominder ganz eindeutig in der Gegenwart verortet sind.
Sebastian Nebe, Bungalow (Unikat)
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Nadine Wölk
Es ist ein tiefes und irgendwie vertrautes Blau, das aus den „Nightlife III“-Werken von Nadine Wölk dunkel strahlt – dunkel wie die Nacht, in denen die Dresdner Künstlerin so furios mit Lichtreflexen spielt, ihren Namen verdanken. Vertraut ist das Blau vielleicht auch deshalb, weil es aus Kugelschreibern stammt – eine zeitaufwendige, von ihr aufgrund eines Zufalls erprobte Maltechnik, die für Wölks Hingabe spricht. Die Künstlerin arbeitet oft mit alltäglichen Materialien, darunter auch Filz- und Lackstifte oder Schreibpapier aus Hotels. Was sie einfängt, ist Coolness und Intimität zugleich. Dass sie den Porträtierten nahe ist, ist unmittelbar zu spüren. Was ihr dabei jedoch gelingt: dass sich der Betrachter in keiner Weise ausgeschlossen fühlt.
Nadine Wölk, Nightlife III. 11 (Unikat)
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Dorothy Iannone
Welche Antwort gibt man auf diese Frage: „Doesn't everyone make mistakes in September?" Auf 2014 datiert ist diese Edition in Schwarz-Weiß. Die Originalzeichnung entstand bereits 1976. Damals zeichnete Dorothy Iannone das Motiv auf eine Postkarte. Noch im selben Jahr gab die in Boston, Massachusetts, geborene Künstlerin ihrem Leben eine neue Richtung und ging mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin. Dort lebt sie bis heute. Neben dem ironisch anmutenden Text der Zeichnung fällt Iannones explizite Bildsprache ins Auge, ein Mix aus Comic-Ästhetik und tantrischer Malerei bzw. buddhistischer Motivik. Letztere entdeckte die Künstlerin auf ihren Auslandsreisen.
Weibliche Sexualität, freie Liebe: Iannones Kunst der Kompromisslosigkeit verweigert bereits seit den 1960er Jahren die Zensur. In Gemälden, Texten, Bilderzählungen und Filmen kämpft sie für die Emanzipation. Ihr Werk dreht sich um die sexuelle, aber auch intellektuelle Unabhängigkeit der Frau und ihrer Gleichheit im Verhältnis zum Mann.
Dorothy Iannone, Doesn’t Everyone Make Mistakes in September?
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Christo
24 Jahre lang bemühten sich Christo und Jeanne-Claude um die Realisierung ihres Projekts „Verhüllter Reichstag“. Mit 292:223 Stimmen (bei 9 Enthaltungen) endete schließlich am 25. Februar 1994 die Abstimmung im Deutschen Bundestag – mehr als eine Stunde war dort über das Kunstwerk debattiert worden.
Wenn man die magischen Bilder der Aktion sieht und Zeitzeugen hört, lässt sich nur schwer nachvollziehen, wie viele Widerstände es damals gab. Dabei war dem Künstlerpaar die Bedeutung ihres Projekts durchaus bewusst. „Wir verhüllen nicht nur ein Gebäude. Wir verhüllen die deutsche Angst, den deutschen Stolz, die deutsche Vergangenheit“, sagte Jeanne-Claude 1995 in einem ZEIT-Interview.
Die handsignierte Edition „Reichstag X“ zeigt die gewaltigen Ausmaße der Verhüllungsaktion ‒ die fließenden Stoffbahnen erscheinen in ihren schieren Abmessungen auch im Rückblick noch wie ein Wunder.
Christo, Reichstag X
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Walter Dexel
Dexels Holzschnitt „Composition“ aus dem Jahr 1924 zeigt, dass er zu den großen konstruktivistischen Künstlern des 20. Jahrhunderts gehört. Mit einfachen geometrischen Formen erzeugt er dreidimensionale Tiefe – und entfacht so eine starke Sogwirkung, die sich unmittelbar auf uns als Betrachter überträgt.
Werke von Dexel sind z.B. in der Kunstsammlung Jena und der Hamburg Kunsthalle, im Frankfurter Städel Museum und in der New Yorker Neuen Galerie vertreten und werden u.a. bei Christie‘s versteigert.
Walter Dexel, Composition
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Joseph Beuys
Aktionskünstler, Bildhauer, Sozialphilosoph und Exzentriker: Joseph Beuys gilt weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts überhaupt. Getreu seiner Maxime „Jeder Mensch ist ein Künstler" machte er auch sich selbst zum Kunstwerk: Sein Auftreten mit Hut, Sportweste und enormem Charisma bleibt einzigartig. In legendären Aktionen trug er, den Kopf mit Blattgold und Honig beschmiert, 1965 einen toten Hasen durch eine Ausstellung und führte damit vor, „wie man dem toten Hasen die Kunst erklärt", oder baute für die documenta 6 im Jahr 1977 seine „Honigpumpe am Arbeitsplatz", eine riesige, über mehrere Stockwerke verteilte Anlage, die insgesamt drei Zentner "Honig der marke Langnese" durch ein Schlauchsystem transportierte. Beuys’ Aktionen bestanden aus vielfach verstörenden Handlungen und Gesten, die unsere verkrusteten Denkmuster sprengen: verstiegen, aber nie verrückt – einfach, aber nie banal – genial.
Joseph Beuys, Beuys boxt für Direkte Demokratie
Vergriffen
Louise Bourgeois
Louise Bourgeois eine Grande Dame der zeitgenössischen Kunst zu nennen, ist nicht zu hoch gegriffen, schließlich stellte die 2010 mit 98 Jahren verstorbene Künstlerin in den großen Museen weltweit aus. 1983 richtete ihr das Museum of Modern Art in New York als erster Künstlerin eine Einzelausstellung aus. Ihre Skulpturen und Installationen aus Bronze und Marmor, Gips, Latex und Textilien erzielen Höchstpreise – sie gilt als eine der teuersten Künstlerinnen der Gegenwart überhaupt. Und doch trifft die Würdigung nicht ganz: Denn bis zuletzt verweigerte sich die geborene Französin, die ab 1938 in New York lebte, dem Gesetzten, Damenhaften. Im Rahmen der legendären Salons in ihrem Atelier in Chelsea suchte sie noch in hohem Alter den Austausch mit jungen Künstlern.
Sie blieb eine Fragende, die in ihrer autobiografisch motivierten Kunst Angst, Hass, Wut und vor allem ihre traumatischen Kindheitserinnerungen thematisierte. Welche Grande Dame ließe sich von Robert Mapplethorpe porträtieren, verschmitzt lächelnd im Fellmantel mit übergroßem Phallus unter dem Arm? Eben. Und so können wir Louise Bourgeois in Erinnerung behalten als weise alte Frau mit großem Humor, die uns gelehrt hat, dass Schmerz und Tod zum Leben gehören und das Fragen niemals endet.
Louise Bourgeois, The Reticent Child
Auf Anfrage