Via Lewandowsky

Bona Fide (Unmöglichkeit künstlicher Beatmung bei gleichzeitiger Erhaltung der Anmut)

, 1999
  • Material
    Siebdruck
  • Auflage
    99
  • Maße
    Blattmaß 70 x 100 cm
    Auflage 99
    Vom Künstler vorderseitig handsigniert und nummeriert
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter Ahornrahmen, schwarz gewachst und gewachst, mit 10mm Distanzleiste, Außenmaße des Rahmens ca. 75,8 x 65,8 cm. Der Siebdruck ist ungerahmt 70 x 100 cm groß und wird für die Rahmung beschnitten und mit Reißkante versehen. Inkl. Normalglas und rückseitiger Aufhängung
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Über die Edition

Ein filigranes Geflecht durchzieht die Flügel des schwarz-weißen Schmetterlings, nachempfunden einer historischen Illustration. Majestätisch ausgebreitet sind seine Schwingen, und doch wirkt er leblos auf dem blau-grünen Blättergrund. Nicht nur die entwichene Farbe, auch das technische Gerät am Körper des Tiers weist darauf hin: Hier ist etwas aus der Bahn geraten. „Bona Fide (Unmöglichkeit künstlicher Beatmung bei gleichzeitiger Erhaltung der Anmut)“ heißt die Siebdruckarbeit auf Büttenkarton von Via Lewandowsky. Seine Titel bringen den Betrachter häufig auf die – wenn auch mehrdeutigen – Spuren der Bilder. „Bona Fide“ meint „guten Glaubens“, vielleicht verrät uns der Untertitel also eine vermeintliche Wahrheit über unsere Welt, in der die Schönheit keine Schwäche duldet. Die Beatmungs- oder Flugmaschinerie stört die naturgegebene Anmut des Schmetterlings und sie passt auch nicht zu der antiken Vorstellung, nach der dieses Tier – geschlüpft aus einem scheinbar leblosen Kokon – für Wiedergeburt und Unsterblichkeit steht. So lockt uns der Künstler mit der Wahl des Schmetterlings als zentrales Bildobjekt auf eine falsche Fährte, bricht mit dem Sinnbild, für das das Insekt steht, und heftet seiner Arbeit somit etwas Verletzliches und Tragisches an.

Über den Künstler

„Ist Ihre Kunst schön?“, wurde Via Lewandowsky 2007 in einem Interview gefragt. „Unbedingt, es ist die Schönheit des Missverstehens“, so seine Antwort. „Aber Vorsicht, zu viel Schönheit macht dick.“ Lewandowsky plädiert für eine Ästhetik des Scheiterns und feiert die Vergeblichkeit des Tuns. Wir haben es bei dem 50-jährigen Berliner Künstler also mit einem Skeptiker zu tun, dessen Werke, meist Installationen, allerdings nicht nur Tragik, sondern auch Komik offenbaren. Ironisch und kritisch nähert er sich Gewissheiten, die seiner Betrachtung nur selten standhalten.

So parodiert beispielsweise sein adaptierter Neonschriftzug „Der Sozialismus siegt“ – zu DDR-Zeiten auf einem Hochhaus in seiner Heimatstadt Dresden montiert – die einstige Utopie. Lewandowsky studierte von 1982 bis 1987 an der dortigen Hochschule für Bildende Künste Szenografie und eckte mit seinen sozialismuskritischen Aktionen und Happenings bei den Kulturfunktionären schnell an, sodass er im Sommer 1989 – kurz vor dem Mauerfall – in den Westen flüchtete. Spätestens seit seiner Teilnahme 1992 an der documenta 9 ist der vielfach ausgezeichnete Querdenker Lewandowsky international gefragt.

Ausstellungen (Auswahl)

In seiner 80-Kanal-Klanginstallation „wie bitte“ ging Via Lewandowsky im Raum der St. Matthäus-Kirche in Berlin 2022 dem Verstehen und Nichtverstehen unserer Gespräche, unseres Redens mit dem Gegenüber, der Stille und dem Warten auf Antworten nach. Gleichfalls in diesem Jahr beteiligte er sich mit einer ortsspezifischen Arbeit an dem Projekt „Eine Brücke für die Utopie“, das um die alte Eisenbahnbrücke Dömitz im Wendland kreiste. In der Düsseldorfer Galerie Ute Parduhn war 2022 zudem eine Einzelausstellung von Lewandowsky zu sehen.