David Lynch

Untitled#7

, 2008
  • Material
    Photogravure auf Somerset Textures White Papier
  • Auflage
    24
  • Maße
    ca. 44 x 57 cm
    Auflage 24
    vorderseitig handsigniert, nummeriert
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter, schwarz gebeizter und gewachster Ahorn-Holzrahmen, 10mm Distanzleiste, Außenmaße ca. 49,2 x 62,2cm. Inkl. Museumsglas und rückseitiger Aufhängung
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Über die Edition

„Die weibliche Figur bleibt ein unerschöpfliches Reich, und die Art, wie das Licht auf ihr spielt, ist einfach ein ständiges Vergnügen, es ist unglaublich.“ So im besten Sinne naiv begeistert wie Lynch in diesem Zitat an sein Sujet herangeht, so erstaunlich sind seine Ergebnisse. In „Untitled No 7“ sehen wir - was? Zwei weibliche Brüste? Ja, und dennoch haben wir sie noch nie so gesehen wie in dieser Edition: Nicht nur durch die vorgebeugte Körperhaltung des Models, auch das raffinierte Spiel des Lichts, die Setzung der Schatten lassen uns das übervisualisierte Motiv der weiblichen Brust in einem ganz anderem Kontext sehen. Vielleicht weil Lynch mit dem strengen Schwarz-Weiß nicht die Erotik sondern die Geometrie des Sujets betont. Der Schaffungsprozess der „Nudes“ war dabei immer sehr aufwendig: Der Künstler vertraute dabei erst einmal auf natürliches Licht und bearbeitete dann digital nach – und ja, Lynchs Arbeiten nach seinem Tod wiederzusehen ist ein Vergnügen, ist unglaublich.

Über den Künstler

Als bildender Künstler hat David Lynch angefangen. Ab 1966 studierte er Malerei, Bildhauerei und Fotografie an der Pennsylvania Academy of the Fine Arts in Philadelphia. Aber dann hörte er, einer Vision gleich, beim Malen einer Nachtlandschaft im Atelier aus dem Bild heraus plötzlich das Rauschen des Windes und sah, wie sich die Pflanzen darauf bewegten. Das sei es gewesen, was ihn zum Kino gebracht hätte: „Not movies but the idea of a moving painting, using the film“, so beschrieb es der Starregisseur, und seine künstlerische Herkunft ist seinen Filmen in der Tat anzusehen ‒ so wie sich die einzigartige Atmosphäre von Meisterwerken wie „Blue Velvet“, „Wild at Heart“ oder „Mulholland Drive“ auch in seinen bildnerischen Arbeiten wiederfindet.

Es war Lynchs frühere Lebensgefährtin Isabella Rossellini, die dem legendären Kunsthändler Leo Castelli Arbeiten von ihm zeigte, 1989 hatte Lynch dann eine Ausstellung in Castellis Galerie in New York. Inzwischen waren seine Kunstwerke immer wieder in großen Werkschauen auch in Deutschland zu sehen. 2010 erhielt Lynch den renommierten Goslarer Kaiserring. Mit „The Unified Field“ hatte der Künstler 2014/15 eine große, viel beachtete Retrospektive in der Pennsylvania Academy of the Fine Arts. Everything comes in circles.

„Factories” und „Nudes” ‒ so lässt sich das fotografische Werk von David Lynch umreißen. Immer wieder begab er sich mit seiner Kamera auf die Suche nach stillgelegten Fabriken und immer wieder widmete er sich der Aktfotografie. Es ist erstaunlich, wie es ihm gelang, uns auch auf dem Feld der Fotografie in die für sein gesamtes Werk typischen mysteriösen, suggestiven Welten zu versetzen. Seit seinem zu frühen Tod 2025 fehlt uns sein genuin verstörender visueller Ansatz, oder wie es seine Familie in der Todesanzeige formulierte: „There’s a big hole in the world now that he’s no longer with us. But, as he himself would say, ‘Keep your eye on the donut and not on the hole.'” Seine Bilder und Filme ziehen Kreise in Film, Fotografie, Theater, wie nicht zuletzt die Arbeiten von Gregory Crewsdon, David Foster Wallace oder Kay Voges zeigen. Doch gerade seine „Nudes“ beweisen, wie eigen und unerreicht sein Werk bleibt.

Ausstellungen (Auswahl)

2025/26 Challenged Togetherness Anniversary Exhibition 2025, Kunstmuseum Magdeburg
2025 Up in Flames, DOX Centre for Contemporary Art, Prag
2023/24 Everything at Once: Postmodernity, 1967-1992, Bundeskunsthalle, Bonn
2022 I Like to See My Sheep. Sperone Westwater, NY
2019 My Head is Disconnected. Home Gallery at Factory International, Manchester

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