Patricia Waller

Broken Tweety

, 2015
  • Material
    Wolle, Holz, Kunststoff, Häkelarbeit
  • Auflage
    1
  • Maße
    28 x 14 x 20 cm
    Multikat (unnummeriert)
    signiert auf Label
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Über das Werk

In den Häkel-Arbeiten von Patricia Waller sind die Katastrophen schon passiert: Comicfiguren und Superhelden sind tot, gebrochen, gescheitert oder verenden in liebevoll gehäkelten Meeren aus Blut. In „Broken Tweety“ ist es der lebhafte gelbe Kanarienvogel Tweety aus der „Bugs Bunny Show“, der sich hier maßlos verschätzt und dessen Flug zu einem Vogelhäuschen im Desaster endet - Körper und Beine bleiben draußen stecken; das Blut tropft in 3 Rinnsalen auf die Erde.

Die ureigene Besonderheit alle Arbeiten der Künstlerin: die Spannung zwischen Material, Technik und der dargestellten Dinge. Indem Waller digitale Klischees wie den „gefällt mir“- Button sorgfältig und zeitintensiv selbst nachhäkelt oder allgegenwärtige Gegenstände wie den Feuerlöscher als Häkelobjekt ihrer Funktion beraubt – immer befragt sie das Verhältnis von Realität und ihrer Desillusionierung, aber auf eine ästhetisch zugängliche Art. Der Kunsthistoriker Friedrich Weltzien bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Patricia Wallers Arbeiten tun das Beste, was Kunst tun kann. Sie regen zur Reflexion an, aber sie spenden auch gleichzeitig Trost.“

Über die Künstlerin

Patricia Waller studierte, auch als Meisterschülerin, an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe unter anderem bei Katharina Fritsch. Anfangs sehr belächelt, hat das inzwischen umfangreiche Werk der 1962 in Chile geborenen Künstlerin einen festen Platz im Kanon der feministischen Positionen erobert - das zeigt nicht zuletzt ihre viel beachtete signature sculpture für die vor kurzem eröffnete Ausstellung im Museum Frieder Burda: Dort fliegt gleich im Foyer ein aus Wolle gearbeiteter Superman spektakulär gegen die Museumsmauer und verblutet in einer liebevoll gehäkelten Blutlache. Die Arbeit bezeichnet auch schon das zweite Markenzeichen der in Berlin lebenden Waller: Anders als die konzeptionelle Schwere der oft mit ihr verglichenen Rosemarie Trockel, leben Wallers Arbeiten vom subversiven Witz: Die Methode gefährliche Motive in einer scheinbar niedlichen Technik auszuarbeiten, persifliert meisterhaft die Gendertheorien der letzten Jahre, oder einfacher gesagt: sie bringen den Betrachter nicht nur zum Denken, sondern auch zum Lachen.

Ausstellungen (Auswahl)

2023 DER KÖNIG IST TOT - ES LEBE DIE KÖNIGIN (Gruppenausstellung), Museum Frieder Burda, Baden-Baden
2022 Paradise Lost, Galerie Deschler, Berlin
2021 Guten Appetit, Leo König, Hong Kong und Shanghai, China
2018 Innocent, Galerie Deschler, Berlin

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