Joseph Beuys

Zirkulationszeit: Raumecke, Filz, Fett

, 1982
  • Material
    Radierung auf Rives Gris Papier
  • Auflage
    75
  • Maße
    Papiermaß 38 x 28,5
    Motivmaß 14,3 x 20 cm
    auf der Vorderseite von Beuys signiert + nummeriert
    Auflage 75

    WVZ Schellmann 432
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter schwarz gewachster Ahornrahmen, inkl. 10mm Distanzleiste, entspiegeltem Museumsglas, Außenmaße: 47,5 x 36,5 cm, inkl. rückseitiger Aufhängung
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Über die Edition

Die handsignierte Radierung „Raumecke, Filz, Fett“ von 1982 gehört zu Joseph Beuys’ grafischem Zyklus „Suite Zirkulationszeit“. Für diese Serie aus insgesamt 21 Blättern hat er neben Tieren und menschlichen Figuren auch diese Raumecke gezeichnet, die auf den ersten Blick an eine technische Zeichnung erinnert. Für Beuys hatte Fett jedoch stets eine besondere Bedeutung als Wärme speicherndes Material ‒ um die Speicherung von Energie als Verweis auf sich kontinuierlich verändernde Existenz- und Konsistenzzustände ging es Beuys in seiner Kunst. Und so erscheint es nur logisch, dass er den sorgfältig gestalteten Stempel „Hauptstrom“ mit (Braun-)Kreuz prominent auf dieser Grafik platziert, womit seine Edition klug-beiläufig zu einer wichtigen Botschafterin seiner Kunsthaltung wird.

Über den Künstler

Aktionskünstler, Bildhauer, Sozialphilosoph und Exzentriker: Joseph Beuys (1921‒1986) gilt weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts überhaupt – und wird im Jahr seines 100. Geburtstags vielerorts gefeiert. Getreu seiner Maxime „Jeder Mensch ist ein Künstler" machte er auch sich selbst zum Kunstwerk: Sein Auftreten mit Hut, Sportweste und enormem Charisma bleibt einzigartig. In legendären Aktionen trug er, den Kopf mit Blattgold und Honig beschmiert, 1965 einen toten Hasen durch eine Ausstellung und führte damit vor, „wie man dem toten Hasen die Kunst erklärt“, oder baute für die documenta 6 im Jahr 1977 seine „Honigpumpe am Arbeitsplatz“, eine riesige, über mehrere Stockwerke verteilte Anlage, die insgesamt drei Zentner „Honig der Marke Langnese“ durch ein Schlauchsystem transportierte. Beuys’ Aktionen bestanden aus vielfach verstörenden Handlungen und Gesten, die unsere verkrusteten Denkmuster sprengen: verstiegen, aber nie verrückt – einfach, aber nie banal – genial.

Ausstellungen (Auswahl)

Im Jubiläumsjahr 2021 finden zahlreiche Beuys-Ausstellungen statt, u.a.: "Joseph Beuys. Der Raumkurator", Staatsgalerie Stuttgart; "Jeder Mensch ist ein Künstler", K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf; "Joseph Beuys und die Schamanen", Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau
2020, Kraftwerk Block Beuys, Hessisches Landesmuseum, Darmstadt; Joseph Beuys – Gestempelte Multiples, Drucksachen, Fotografien – Joseph Beuys und die Mail Art in der DDR, Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau
2019, Joseph Beuys. Hasengräber, Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau
2016, Joseph Beuys. Werklinien, Museum Kurhaus Kleve, Kleve
2013/14, Joseph Beuys. Zeichnungen, Galerie Bastian, Berlin
2013, Video Vintage 1963‒1983, Beirut Art Center, Beirut
2012, Joseph Beuys. Appeal for an Alternative, Museum of Modern Art/MoMA, Moskau
2011, Parallelprozesse, K20/Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
2010, Joseph Beuys, Gagosian Gallery, New York
2008, Kult des Künstlers: Beuys ‒ Die Revolution sind wir, Hamburger Bahnhof ‒ Museum für Gegenwart, Staatliche Museen zu Berlin
2005, Retrospektive, Tate Modern, London
1979, Retrospektive, Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1976, Installation „Straßenbahnhaltestelle/Tramstop/Fermata del Tram 1961–1976. A Monument to the Future‟, 37. Biennale, Venedig
1972, „Büro der Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“, documenta 5, Kassel
1971, Joseph Beuys – Aktionen, Zeichnungen und Objekte 1937‒1970, Moderna Museet, Stockholm
1968, Teilnahme an der documenta 4, Kassel
1967, Einzelausstellung Städtisches Museum Mönchengladbach (der Sammler Karl Ströher erwirbt nahezu alle Arbeiten, die in der Ausstellung gezeigt werden)
1965, Galerie Schmela, Düsseldorf (erste Einzelausstellung)
1964, Teilnahme an der documenta 3, Kassel
1963, Josef Beuys – Fluxus, Haus van der Grinten, Kranenburg

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