Joseph Beuys

Zirkulationszeit: Kopf H.B.

, 1982
  • Material
    Radierung auf Arches Papier
  • Herstellungsmethode
    Auf der Vorderseite von Beuys handsigniert und nummeriert.
    Mit H.C. gekennzeichnet. Die Gesamtauflage liegt bei 75 + XXV + 59 (HC)
  • Auflage
    75
  • Maße
    45 x 33 cm, Druckfläche 14,8 cm x 16,3 cm
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter schwarz gebeizter und gewachster Ahorn-Rahmen, mit 10mm Distanzleiste, inkl. Museumsglas. Außenmaße ca. 37,6 x 49,9. Inkl. rückseitiger Hängeleiste, staubdicht verschlossen.
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Über die Grafik

Die Frau ist für Joseph Beuys die Trägerin der Lebensenergie. Vielleicht räumte der weltbekannte deutsche Künstler ihr deshalb besonders viel Platz in seinem Werk ein, als er Mitte der 50er Jahre in eine tiefe Krise geriet. Frauen, Frauenkörpern und -torsi widmete er zu dieser Zeit nahezu unermüdlich Zeichnungen vielfältigster Art. Ein solches Blatt liegt auch der Radierung „Zirkulationszeit. Kopf H.B.“ zugrunde. Die Druckgrafik entstand 1982. Das Porträt ist zart und rasch gezeichnet und von hoher Sensibilität. Noch 1979 beschrieb Beuys die Frau „als Heldenfigur, als Amazone, als Aktrice, die eine gewisse Führungsrolle übernimmt, also viel heroischer und kämpferischer [ist] als der Mann“. Sie weise den Weg zurück zur Einheit von Mensch und Natur – doch dies war nicht nur „revolutionäres“ Pathos. Vielmehr strahlt die Edition tatsächlich eine stille Stärke aus, die sich in dem intuitiven Zeichenstrich des Künstlers widerspiegelt.

Über den Künstler

Aktionskünstler, Bildhauer, Sozialphilosoph und Exzentriker: Joseph Beuys gilt weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts überhaupt. Getreu seiner Maxime „Jeder Mensch ist ein Künstler" machte er auch sich selbst zum Kunstwerk: Sein Auftreten mit Hut, Sportweste und enormem Charisma bleibt einzigartig. In legendären Aktionen trug er, den Kopf mit Blattgold und Honig beschmiert, 1965 einen toten Hasen durch eine Ausstellung und führte damit vor, „wie man dem toten Hasen die Kunst erklärt“, oder baute für die documenta 6 im Jahr 1977 seine „Honigpumpe am Arbeitsplatz“, eine riesige, über mehrere Stockwerke verteilte Anlage, die insgesamt drei Zentner „Honig der Marke Langnese“ durch ein Schlauchsystem transportierte. Beuys’ Aktionen bestanden aus vielfach verstörenden Handlungen und Gesten, die unsere verkrusteten Denkmuster sprengen: verstiegen, aber nie verrückt – einfach, aber nie banal – genial.

Ausstellungen (Auswahl)

2013-2014, Joseph Beuys, Zeichnungen, Galerie Bastian, Berlin
2013, Video Vintage 1963 - 1983, Beirut Art Center, Beirut
2012, Joseph Beuys, Appeal for an Alternative, Museum of Modern Art, MMOMA, Moskau
2011, Parallelprozesse, K20 / Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
2010, Joseph Beuys, Gagosian Galerie, New York
2008, Kult des Künstlers: Beuys, die Revolution sind wir, Hamburger Bahnhof, Berlin
2005, Retrospektive, Tate Modern, London
1979, Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1976, Installation "Strassenbahnhaltestelle/Tramstop/Fermata del Tram 1961–1976, A monument to the future", 37. Biennale, Venedig
1972, "Büro der Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung", documenta 5, Kassel
1971, Joseph Beuys – Aktionen, Zeichnungen und Objekte 1937-1970, Moderna Museet, Stockholm
1968, Teilnahme an der documenta IV in Kassel
1965, Erste Einzelausstellung, Galerie Schmela, Düsseldorf
1964, Teilnahme an der documenta III in Kassel
1963, Josef Beuys – Fluxus, Haus van der Grinten, Kranenburg

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