Jörg Immendorff

Auf die kleine Reise gehen

, 1990
  • Material
    Offsetdruck auf Papier
  • Herstellungsmethode
    auf der Vorderseite vom Künstler signiert.

    Das Titelblatt gehörte ursprünglich zur limitierten Kalenderedition "Auf die kleine Reise gehen", in der ein Alter Ego von Immendorff die Welt zu verschiedenen Jahreszeiten durchstreift.
  • Auflage
    600
  • Maße
    59,4 x 42 cm
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter, weiß lasierter Ahornrahmen, mit 10 mm Distanzleiste, Außenmaße ca. 50,7 x 69,6 cm, staubdicht verschlossen, Mit rückseitiger Hängeleiste zum einfachen Aufhängen.
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„Die Kunst muss die Funktion der Kartoffel übernehmen“, davon war der deutsche Malerstar Jörg Immendorff überzeugt. Er forderte ihre Anerkennung als gesellschaftliches Grundnahrungsmittel vehement ein. Und so hält er selbst im Zentrum des signierten Offsetdrucks „Auf die kleine Reise gehen“ – Teil einer limitierten Grafikmappe des Künstlers – gleich einen ganzen Berg Kartoffeln im Arm. Das ist „alles[,] was ihr von mir bekommt“, verrät der Schriftzug am oberen Bildrand. Er scheint die Knollen und damit die Kunst in Stellung zu bringen gegen den im heutigen Deutschland immer noch wirkenden Geist der Nazi-Schergen zu seinen Füßen, der ihn wie ein Schleier umgibt. Es gilt, sich der nicht enden wollenden braunen Nachwehen der NS-Zeit zu erwehren – mit geeinter Kraft. Dazu hat Immendorff wichtige Weggefährten wie A.R. Penck, Georg Baselitz oder seinen Lehrer Joseph Beuys hinter sich versammelt. Und auch sein Alter Ego, der Affe, erscheint in Mehrzahl in diesem Aufgebot des Widerstands. Und so zeigt „Auf die kleine Reise gehen“ nicht nur den typisch epischen Charakter vieler Werke Immendorffs, sondern gibt auch Einblick in sein vertrautes Bildvokabular.
Jörg Immendorff, 2007 im Alter von 61 Jahren der Nervenkrankheit ALS erlegen, gehört zweifellos zu den international bekanntesten und bedeutendsten deutschen Künstlern der Nachkriegszeit. Seit den späten sechziger Jahren hat sich Immendorff, der bei Beuys in Düsseldorf studierte, mit dem politischen Zeitgeschehen auseinandergesetzt und mit seiner Malerei auf tagespolitische Ereignisse reagiert. Mitte der achziger Jahre entstand der berühmte 16-teilige Zyklus „Café Deutschland“, in dem er wie auf einer düsteren Bühne seine Protagonisten von Erich Honecker bis Berthold Brecht, von uniformierten Polizisten bis zu Punks detailreich in Szene setzte und so die Teilung Deutschlands kommentierte.
Immendorff wurde als Visionär der deutschen Einheit und Chronist dieses Landes gefeiert. Auf die Etikettierung als politischer Künstler reagierte er einmal lakonisch: „Die Themen sind mir immer zugeflogen“. Anlässlich seines 60. Geburtstages 2005, zwei Jahre vor seinem Tod, würdigte ihn die Neue Nationalgalerie in Berlin mit einer großen Werkschau unter dem von einem Clint-Eastwood-Western inspirierten Titel „Jörg Immendorff. Male Lago – Unsichtbarer Beitrag“.

Ausstellungen (Auswahl)

2010, Jörg Immendorff: Student of Beuys, 6 paintings, Massachusetts Museum of Contemporary Art, MASS MoCA, North Adams, USA
2009, Jörg Immendorff, Maoist Paintings, The Early Seventies, Michael Werner Gallery, New York City, NY
2008, Jörg Immendorff – Was uns Malerei bedeuten kann, Essl Museum, Klosterneuburg
2007, Jörg Immendorff, Museum Kunst Palast, Düsseldorf
2007, Wo stehst Du mit deiner Kunst, Kollege?, Stedelijk Van Abbemuseum, Eindhoven
2005, Jörg Immendorff, Contemporary Fine Arts – CFA, Berlin
2005, Jörg Immendorff. Male Lago – Unsichtbarer Beitrag, Neue Nationalgalerie, Berlin

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