Miriam Cahn

Sarajevo

, 1994
  • Material
    Kupferdruck
  • Herstellungsmethode
    nicht signiert
  • Auflage
    35
  • Maße
    41,9 x 29,7 cm
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter, dunkel gewachster Ahorn-Holzrahmen, mit 10 mm Distanzleiste, Außenmaße ca. 52,6 x 30,4 cm. Inkl. rückseitiger Hängeleiste, staubdicht verschlossen.
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Über die Edition

Als Miriam Cahn in den 90er-Jahren im Fernsehen die Bilder von Menschen mit Einkaufstüten im Jugoslawienkrieg sah, die vor Scharfschützen flohen, Menschen wie sie selbst, bedeutete das einen Einschnitt in ihrer Kunst. „Meine Arbeit wurde sehr elementar, simpel, zusammengesetzt aus kleinen Zeichnungen, mit einfachen Materialien, als ob ich von vorne begonnen hätte“, erklärt sie. „Ich wusste nicht mehr, was ich glauben sollte. Was zu tun sei, wenn es wieder Konzentrationslager in Europa geben würde.“ Der Kupferdruck „Sarajevo“ entstand zu dieser Zeit. Er zeigt in blasser Schraffur einen Koffer und ein Gesicht, changierend zwischen Tier und Mensch – oder eine Rauchwolke? In der Frauen- und Anti-Atomkraft-Bewegung fand die Künstlerin zu sich. Und feministisch und politisch ist auch ihre Kunst. Cahn geht es nicht um Analyse oder Moral, vielmehr spürt sie dem Existenziellen nach. Dabei wirken nicht nur ihre farbgewaltigen Arbeiten mit einer Wucht, die keinen Zweifel lassen an der Glaubwürdigkeit ihres Schaffens.

Über die Künstlerin

Als „Weltschau politischer Konfliktkunst“ hat Kurator Adam Szymczyk die Documenta 2017 geplant – und die Künstlerin Miriam Cahn dazu eingeladen. Schon einmal, im Jahr 1982, sollte die Schweizerin dort ausstellen. Doch Cahn sagte den Auftritt kurz vor der Eröffnung ab, da ihren Werken – entgegen der Absprache – die Arbeiten eines weiteren Künstlers zur Seite gestellt werden sollten. Das zeugt von Eigensinnigkeit und Mut, hätte ihr, die damals gerade erst die dreißig überschritten hatte, die Schau in Kassel sicherlich einen großen Karriereschub beschert. Kurz darauf aber konnte Cahn als erste Künstlerin überhaupt die Basler Kunsthalle in einer Einzelausstellung bespielen. Im Jahr 1984 war sie dann auf der Kunstbiennale in Venedig dabei. In der „Süddeutschen Zeitung“ schrieb Till Briegleb vor Kurzem von der „Wiederentdeckung“ Cahns, die 2013 den Basler und 2014 den Oberrheinischen Kunstpreis erhalten hat. Der Kunstkritiker stellte sie in eine Reihe mit Marina Lassnig und Marlene Dumas. Und auch wenn ihre Werke immer schon national und international präsent waren, dürfen wir uns sicher noch auf einige große Ausstellungen in den kommenden Jahren freuen.

Ausstellungen (Auswahl)

2016, Miriam Cahn – Auf Augenhöhe, Kunsthalle Kiel
2015, „körperlich - corporel“, Aargauer Kunsthaus, Aarau
2014, Bestandesaufnahme, Oberrheinischer Kunstpreis 2014, Städtische Galerie Offenburg; Körperlich/corporel, Centre Culturel Suisse, Paris
2012, Lachen bei gefahr, Badischer Kunstverein, Karlsruhe; Miriam Cahn, meine juden, atombomben und andere arbeiten, Wako words of art, Tokio
2011, The David Roberts Art Foundation Fitzrovia, London; Elizabeth Dee Gallery, New York
2010, Module mai, Palais de Tokyo, Paris; Les nuits électriques - hors les murs du Centre Pompidou, Multimedia Complex of Actual Arts, Moskau
2006, „Standpunkt 3; Miriam Cahn - überdachte fluchtwege“, Museum für Gegenwartskunst, Basel; „Überdachte Fluchtwege“, Kirchner Museum, Davos
2004, „Krieg“, Neues Museum, Nürnberg
2003, Fondation La Caita, Madrid
2002, „Architekturtraum“, Centre Pasqu'Art, Biel
1999, Centro d'Arte Contemporanea, Castello di Rivara
1998, Akademie der Bildenden Künste, Berlin
1996, „Umgebung – Was Mich Anschaut“, Bonner Kunstverein
1995, „Körperlich“, Obala Art Center, Sarajevo
1994, From Beyond the Pale, Irish Museum of Modern Art, Dublin
1993, UNBENENNBAR (was mich anschaut), Kunsthaus Zürich; Über-Leben, Bonner Kunstverein, Bonn
1992, Szenenwechsel, Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/M
1990, „Verwandtschaften“, Cornerhouse, Manchester; Zur Sache selbst: Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, Museum Wiesbaden
1988, „Lesen in Staub“, weibliche Monate, Kunstverein Hannover, Haus am Waldsee, Berlin, Gemeente Museum, Arnheim; The Impossible Self, Winnipeg Gallery + Vancouver Art Gallery, Winnipeg, Vancouver
1987, Centre Culturel Suisse, Paris
1986, STRATEGISCHE ORTE, Biennale Sidney
1985–86, „Strategische Orte“, Städtisches Kunstmuseum, Bonn, Kunsthalle Baden Baden, DAAD-Galerie, Berlin; Cross-Currents in Swiss Art, Serpentine Gallery, London
1984, „Frauen, Frauenräume, État de Guerre, Das Wilde Lieben“, Biennale di Venezia, Venedig; Reopening of the Museum of Modern Art, New York
1983, „Das Klassische Lieben – die all egoistische frau“, Basler Kunsthalle
1982, documenta 7, Kassel (von der Künstlerin abgesagt)

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