Joseph Beuys

Zirkulationszeit: Meerengel, Robbe III

, 1985
  • Material
    Radierung und Aquatinta auf Rives Gris Papier
  • Herstellungsmethode
    Auf der Vorderseite von Beuys handsigniert und nummeriert.
  • Auflage
    75
  • Maße
    Papiermaß: 28 x 38 cm
    Druckmaß: 8,3 x 13,8 cm
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter dunkel gewachster Rahmen, mit Museumsglas, 10 mm Distanzleiste. Außenmaße ca. 33,7 x 43,4 cm Inkl. Rückseitiger Hängeleiste, staubdicht verschlossen.
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Über die Edition

Joseph Beuys schuf in den 80er Jahren, kurz vor seinem Tod, drei grafische Zyklen mit Titeln, die sich auf den Bereich der Musik beziehen. „Suite“ bezeichnet in der Musik eine Folge von Tanzsätzen. Die Radierung „Zirkulationszeit Meerengel, Robbe III“ (1985) gehört zu der „Suite Zirkulationszeit“. In dieser Serie von 21 Blättern hat Beuys überwiegend Tiere und menschliche Figuren dargestellt. Hier ist es die Robbe, ein Meeressäuger. Doch für Beuys ist das im Wasser lebende Raubtier ein Engel. Um die exakte Abbildung des Tieres geht es ihm gewiss nicht. In dieser kraftvollen Darstellung erscheinen die abstrakten Umrisse eines Robbenkörpers aus der Vogelperspektive. Die Robbe bewegt sich auf weißem Grund, gleich der Silhouette eines Fossils, das auf Papier abgedruckt wurde. Wir sehen Kunst, keine Repräsentation der Wirklichkeit. Ob Beuys‘ Robbe schwimmt, fliegt oder tanzt, ist allein unsere Entscheidung!

Über den Künstler

Aktionskünstler, Bildhauer, Sozialphilosoph und Exzentriker: Joseph Beuys (1921-1986) gilt weltweit als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts überhaupt. Getreu seiner Maxime „Jeder Mensch ist ein Künstler" machte er auch sich selbst zum Kunstwerk: Sein Auftreten mit Hut, Sportweste und enormem Charisma bleibt einzigartig. In legendären Aktionen trug er, den Kopf mit Blattgold und Honig beschmiert, 1965 einen toten Hasen durch eine Ausstellung und führte damit vor, „wie man dem toten Hasen die Kunst erklärt“, oder baute für die documenta 6 im Jahr 1977 seine „Honigpumpe am Arbeitsplatz“, eine riesige, über mehrere Stockwerke verteilte Anlage, die insgesamt drei Zentner „Honig der Marke Langnese“ durch ein Schlauchsystem transportierte. Beuys’ Aktionen bestanden aus vielfach verstörenden Handlungen und Gesten, die unsere verkrusteten Denkmuster sprengen: verstiegen, aber nie verrückt – einfach, aber nie banal – genial.

Ausstellungen (Auswahl)

2017-2018, Joseph Beuys, Einwandfreie Bilder 1945-1987, Lenbachhaus München,
2017, Outside the Box, Joseph Beuys, Espoo Museum of Modern Art (EMMA)
2016, Werklinien, Joseph Beuys, Museum Kurhaus Kleve
2013-2014, Joseph Beuys, Zeichnungen, Galerie Bastian, Berlin
2013, Video Vintage 1963 - 1983, Beirut Art Center, Beirut
2012, Joseph Beuys, Appeal for an Alternative, Museum of Modern Art, MoMA, Moskau
2011, Parallelprozesse, K20 / Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
2010, Joseph Beuys, Gagosian Gallery, New York
2008, Kult des Künstlers: Beuys, Die Revolution sind wir, Hamburger Bahnhof Museum für Gegenwart, Berlin
2005, Retrospektive, Tate Modern, London
1979, Retrospektive im Solomon R. Guggenheim Museum, New York
1976, Installation "Straßenbahnhaltestelle/Tramstop/Fermata del Tram 1961–1976, A monument to the future", 37. Biennale, Venedig
1972, "Büro der Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung", documenta 5, Kassel
1971, Joseph Beuys – Aktionen, Zeichnungen und Objekte 1937-1970, Moderna Museet, Stockholm
1968, Teilnahme an der documenta IV in Kassel
1965, Erste Einzelausstellung, Galerie Schmela, Düsseldorf
1964, Teilnahme an der documenta III in Kassel
1963, Josef Beuys – Fluxus, Haus van der Grinten, Kranenburg

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