Hanne Darboven

Gregorianischer Kalender

, 2006
  • Material
    Diavographie (Faksimiledruck) auf 80g Kanzleipapier
  • Auflage
    60
  • Maße
    Papierformat 29,7 x 21 cm
    vorderseitig nummeriert und von der Künstlerin monogrammiert / signiert (mit H.D.)
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter weiß gebeizt und gewachster Ahorn-Holzrahmen, im Passepartout hochgestellt. Außenmaße ca. 44,1 x 35,2 cm. Inkl. Rückseitiger Aufhängung, staubdicht verschlossen.
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Über die Edition

Schon morgens um vier Uhr saß Hanne Darboven in ihrer Schreibstube, um erst am Mittag den Griffel aus der Hand zu legen. Für die Künstlerin war das Leben eine von Stundenplänen geregelte „Hausaufgabe“, unter die man abends ein Häkchen setzt. Aus dieser Disziplin entstand ein anspruchsvolles Werk, das man näherungsweise als künstlerisches Schreibwerk, als bildende Kunst und als minimalistische musikalische Kompositionsarbeit bezeichnen könnte.

2006 zeigte Darboven im Museum Deutsche Guggenheim Berlin unter dem Titel „Hommage à Picasso“ 9720 handbeschriebene Blätter, die vom Boden bis zur Decke den ganzen Raum füllten. Der berühmte spanische Kollege steht für Darbovens Suche nach archetypischen Persönlichkeiten, die in ihrem strategischen Vorgehen und mit ihrer Erfindungsgabe bei der Wiederholung immer gleicher Themen vergleichbar agiert haben wie die deutsche Künstlerin.

Im Rahmen der Berliner Ausstellung schuf Darboven die auf 60 Exemplare limitierte und signierte Edition „Gregorianischer Kalender“, eine für sie typische und zugleich eigenwillige Arbeit, deren letzte Exemplare nun bei artflash erhältlich sind!

Über die Künstlerin

Spröde fand man ihre Kunst oft, unverständlich – dabei war sie ganz einfach, urteilte die Künstlerin selbst: „Eins und eins ist zwei – und das kann meines Erachtens nun wirklich jeder begreifen.“ Hanne Darboven (1941-2009) studierte erst in Hamburg, dann ab 1966 in New York, wo sie im Umfeld einer wachsenden Konzept- und Minimal-Kunst-Szene ihre Systeme einfacher Zahlenabläufe mit komplexen Variationsfolgen entwickelte. Unterstützung fand sie bei Szenegrößen wie Lucy Lippard oder Kasper König, die ihr auch zum internationalen Durchbruch verhalfen: Bekannt wurde sie durch ihre Schreibzeichnungen, die auf Zahlenoperationen, Ausschreibungen von Ziffern sowie rhythmischen Linien und Durchstreichungen beruhen. Nach ihrem Studium kehrte sie nach Hamburg zurück, hier lebte und arbeitete sie bis zu ihrem Tod 2009.

2016 widmete das Haus der Kunst München und die Kunst- und Ausstellungshalle Bonn der Künstlerin eine große Retrospektive „Zeitgeschichten ‒ Aufklärung“, die Werke in den Mittelpunkt stellte, die sich mit politischen Ereignissen und deutscher Geschichte befassen.

Darboven ist mit etlichen Preisen geehrt worden, etwa dem Edwin-Scharff-Preis (1986) oder dem Internationalen Preis des Landes Baden-Württemberg für bildende Kunst (1995). 2000 gründete sie die Hanne-Darboven-Stiftung, die ihr Schaffen bewahren soll und Nachwuchskünstler fördert.

Ausstellungen (Auswahl)

2021, Petzel Gallery, New York
2019, Hanne Darboven: Erdkunde und (Süd-)Koreanischer Kalender, Sprüth Magers, Berlin
2017, Hanne Darboven. Korrespondenzen, Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart - Berlin
2015: Bundeskunsthalle, Bonn, Zeitgeschichten; Haus der Kunst, München, Haus der Kunst, München, Aufklärung/Enlightenment
2014: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid: The order of time and things
2013: Fondazione Prada, Venezia, Ausstellung When attudes become Form
2010: Museum für Moderne Kunst (MMK), Frankfurt am Main: Radical Conceptual
2006: Deutsche Guggenheim, Berlin, Hommage à Picasso
2002: documenta 11, Kassel
1999: Hommage à Picasso Deichtorhallen Hamburg (zusammen mit Andrea Zittel, Inez van Lamsweerde)
1997: Staatsgalerie Stuttgart, Kinder dieser Welt; Neue Nationalgalerie Berlin; Haus der Kunst, München
1990: Portikus, Frankfurt; Museum of Contemporary Art, Los Angeles
1982: Biennale von Venedig, Venedig
1974: Kunstmuseum Basel, Ein Monat, ein Jahr, ein Jahrhundert; Leo Castelli, New York; Ileana Sonnabend Gallery, New York
1973: Biennale von São Paulo, São Paulo
1972: documenta 5, Kassel

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