Stefanie Schneider

Daisy in front of trailer

, 2005
  • Material
    Analoger Lambda C-Print
  • Herstellungsmethode
    Inkl. der Langspielplatte ‘Till Death Do Us Part’, Soundtrack zum gleichnamigen Film von Schneider.
    Die Musik wurde von Daisy McCrackin für den Film komponiert und gesungen, die auf der limitierten Künstler-Edition abgebildet ist.
  • Auflage
    50
  • Maße
    30 x 30 cm
    Auflage 50
    handgedruckt von der Künstlerin
    Signiert, nummeriert und datiert auf separatem Label.
  • Details zum Rahmen
    inkl. Kaschierung auf Voll-Aluminium, vorderseitiger Laminierung und rückseitiger Anbringung von 2 Alu-Leisten zum einfachen Aufhängen. Achtung: In diesem Falle handelt es sich um eine Kaschierung, siehe Abbildung, KEINE RAHMUNG!
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Karge Landschaft, grelles Sonnenlicht, Pastellfarben. Das ist der Grundton der Fotografie „Daisy in Front of Trailer“ (2005). Belichtet auf einem abgelaufenen Polaroidfilm, wurde diese Arbeit von Stefanie Schneider von Hand entwickelt. Mit Daisy befinden wir uns in der Wüste Kaliforniens, mit ihr stehen wir vor einem ausgemusterten silberfarbenen Caravan, mit ihr blicken wir in die Weite und träumen den American Dream. Nichts anderes als eine einzige Assoziation, so schreibt der Kunsthistoriker Eugen Blume über Schneiders Fotografie, ist hier möglich: Amerika! Schönheit, Nostalgie, Freiheit ‒ so lässt sich die Assoziationskette bei diesem Bild fortsetzen. Und natürlich das bewusste Spiel mit der in den USA geprägten Figur des Pin-up-Girls. Wo liegt der Fehler im Bild? Oben links in der Ecke leuchtet oder flirrt nichts. Oben links ist ein brauner Fleck. Dort hat die Entwicklung des alten Polaroids versagt. Dort werden wir plötzlich herausgerissen aus Daisys American Dream. Für Stefanie Schneider ist die Wüste ein einzigartiger Ort, ein Ort der Verlassenheit. „In der Wüste ist es leicht, sich unsere Träume und Hoffnungen zu vergegenwärtigen.“ Vielleicht ist es hier sogar möglich Träume zu träumen, die in Wahrheit schon zunichte sind. Auch sie haben – wie das alte Polaroid – einen Makel, der sich nicht so einfach wegwischen lässt. Doch gerade deshalb sind sie umso schöner, umso ehrlicher.
Stefanie Schneider, Jahrgang 1968, wurde in Cuxhaven geboren. Nach ihrem Studium der Fotografie an der Folkwang Universität der Künste in Essen ging sie nach Los Angeles. Heute lebt sie in der Wüstenlandschaft im Südosten Kaliforniens, einer Landschaft, die für ihre Fotografie essenziell ist. Im Morongo Valley nahe dem Joshua-Tree-Nationalpark bewohnt sie eine Farm, mit dabei ihr Lebenspartner, ein paar Hühner und liebevoll ausgebaute amerikanische Wohnwagen, die auch als Kulisse für ihre Arbeit dienen. In den ewigen Sommer dieser Wildnis zu gehen, war für Schneider nur konsequent, denn ihr Werk ist durchdrungen vom gleißenden Licht der kalifornischen Wüste und von der Poetik des American Dreams.
In Kühlschränken bewahrt die Fotografin ihre Polaroid-Filme auf. Das Verfallsdatum hat das Filmmaterial schon überschritten und ist damit gerade gut genug für Schneiders Zufallsbilder. Ihre perfekt inszenierte Fotografie samt Kostümierung und detaillierter Raumgestaltung bekommt im Prozess der Filmentwicklung etwas Unvorhersehbares. Nie kann Schneider wissen, wie sich die veralteten Filmstreifen im chemischen Prozess der analogen Filmentwicklung verhalten. Schlieren, Streifen, Farbveränderungen reichen bis ins Surreale. Schneider kann mittlerweile auf einen ganzen Katalog von Fehlern bei der Filmentwicklung zurückgreifen.

Neben der Fotografie gilt ihre Leidenschaft auch dem Film. Der Schauspieler Udo Kier wirkte beispielsweise in ihrem Film „29 Palms, CA“ (2014) mit. Und Bond-Regisseur Marc Forster war so begeistert von der Ästhetik ihrer Arbeiten, dass er Fotografien von Schneider in seinem Thriller „Stay“ (2005) integrierte – mit Ewan Mc Gregor, Naomi Watts und Ryan Gossling in den Hauptrollen. Im April diesen Jahres werden Arbeiten von Schneider bei der Bombay Beach Biennale zu sehen sein, einem Open Air Kunst-Festival in der Wüste Kaliforniens.

Ausstellungen (Auswahl)

2018, Bombay Beach Biennale, USA
2017, Blickfeld, Kommunale Galerie, Berlin
2014, Stranger than Paradies, Lumas-Eröffnung, 10 Jahre Lumas, Wiesbaden, Amsterdam u.a.
2014, Instantdreams, De Re Galerie, Los Angeles
2013, The girl behind the white picket fence, Galerie Catherine & André Hug, Paris
2010, Stefanie Schneider, Galerie Walter Keller, Zürich
2010, Mapping Worlds: Welten verstehen – Aufbruch in die Gegenwart, 8. Internationale Foto-Triennale, Esslingen
2005, Last Picture Show, Galerie Caprice Horn, Berlin

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