Sigmar Polke Ohne Titel, 1989 Material Original Lithografie Auflage 150 Maße 61 x 85 cm Auflage 150 + 20 EA vorderseitig handsigniert, datiert und nummeriert Details zum Rahmen Handgearbeiteter schwarz gebeizter und gewachster Ahorn Holzrahmen inkl. 10mm Distanzleiste, Maße ca. 76,2 x 56,2 cm, inkl. Museumsglas und rückseitiger Aufhängung Die neue Art, Kunst zu kaufen Handverlesene, exklusive Editionen Limitierte, signierte Auflagen Top-KünstlerInnen und Rising Stars Schnell registrieren, um Preis und Verfügbarkeit zu sehen. Jetzt kostenlos Mitglied werden Bereits Mitglied? Über die Edition Die Lithografie „o.T.“ von Sigmar Polke aus dem Jahr 1989 ist in der ältesten Druckwerkstatt der Welt, dem Atelier Clot in Paris, entstanden. Und zwar im Auftrag des französischen Kulturministeriums anlässlich des 200. Jubiläums der Französischen Revolution. Sigmar Polke legte seiner Druckgrafik einen historischen Stadtplan von Paris zugrunde und bearbeitete ihn künstlerisch. Dabei nahm er Bezug auf die sogenannte Halsbandaffäre um die Königin Marie-Antoinette im vorrevolutionären Frankreich. Auch wenn ihr der Kauf des damals vielleicht teuersten Schmuckstücks, ein Diamantenkollier, in Zeiten von Hungersnot und steigender Brotpreise wohl nur angedichtet wurde, ruinierte dies ihren Ruf. Die Kette, die den Stadtplan rahmt, symbolisiert bei Polke Schmuck und Gefangenschaft zugleich. Die gelben Diamanten markieren das revolutionäre Geschehen zu jener Zeit – gesteuert jedoch von zwei mit Juwelierzangen hantierenden Händen. Die Tücken der Geschichtsschreibung, Gesellschaftskritik und eine Reflexion über Reichtum und Macht kommen bei Sigmar Polke so auf geniale Weise zusammen. Über den Künstler Sigmar Polkes (1941-2010) Künstlerlaufbahn begann bereits mit sechs Jahren. Da malte er einen Bomber, aus dessen Bauch es Hakenkreuze regnete. Er war ein Kriegskind – wie sein Künstlerfreund Gerhard Richter, und wie Richter war er aus der DDR in den Westen geflohen. Die beiden trafen sich an der Düsseldorfer Kunstakademie und riefen den „Kapitalistischen Realismus“ aus, in Abgrenzung zum Diktum im Osten Deutschlands. Früh machten sie auf sich aufmerksam, doch Sigmar Polke wurde vor allem mit einem Gemälde aus dem Jahr 1969 weltberühmt: „Höhere Wesen befahlen: rechte obere Ecke schwarz malen!“ Die Aufforderung ist auf der – bis auf die schwarze Ecke – weißen Leinwand in Schreibmaschinentypo notiert. Die Ironie war Sigmar Polke ureigen, genauso wie seine Auflehnung gegen die Überhöhung des künstlerischen Schaffens oder gegen den Kunstbetrieb – auch wenn er selbst später zu den bestgehandeltsten deutschen Künstlern aufstieg. Der Kurator Harald Szeemann lud ihn im Jahr 1972 zur Documenta ein. Polke war dann auch auf der Documenta 6 und 7 dabei. Im Anschluss stellte er in allen großen Museen aus, darunter das Lenbachhaus in München, das Moderna Museet in Stockholm, das Museum Ludwig in Köln, das Amsterdamer Stedelijk-Museum, das Centre Georges Pompidou in Paris und der Berliner Martin Gropius Bau. Im Jahr 1986 erhielt Sigmar Polke den Goldenen Löwen für den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig und 2002 den Praemium Imperiale in Tokyo – zwei seiner zahlreichen Auszeichnungen. Ausstellungen (Auswahl) Sigmar Polkes Werk wird seit den frühen 1960er Jahren national und international gezeigt. Noch 2016 etwa waren Arbeiten von ihm in der Gruppenausstellung „Hinter dem Vorhang“ im Museum Kunstpalast in Düsseldorf vertreten, 2017 präsentierte das Museum Frieder Burda in Baden-Baden die Einzelschau „Alchemie und Arabeske“. Zu seinem 80. Geburtstag richtete die Anna Polke-Stiftung gemeinsam mit der Kunsthalle Düsseldorf 2021 die Ausstellung „Produktive Bildstörung. Sigmar Polke und aktuelle künstlerische Positionen“ aus. Eine Übersicht seiner umfangreichen, jahrzehntelangen Ausstellungstätigkeit findet sich hier Lesenswerte Artikel / Links Webseite zum Nachlass von Sigmar Polke Sigmar Polke auf artnet.de Mehr Kunst entdecken Sigmar Polke Unerwünschte Geschenke, 2003 Naja Conrad-Hansen Paper Carousell Leopard, 2022 Anna Stahn Newspaper Print, 2022 Joachim Lambrechts Marilyn Monroe in New York, 2022/2023 Wolfgang Wesener Warhol / Basquiat, NYC Sept. 1986, 1986/2023 Sigmar Polke Spargeld, 2002