Heinz Mack

Al-Ghazali Das Weiße zerstreut

, 2003
  • Material
    Siebdruck
  • Herstellungsmethode
    nummeriert und in der Mitte gefaltet
  • Auflage
    70
  • Maße
    50 x 69 cm
  • Details zum Rahmen
    Handgefertigter Rahmen aus Ahornholz, mit 10 mm Distanzleiste. Außenmaße ca. 75,8 x 55,8 cm. Inkl. Rückseitiger Hängeleiste, staubdicht verschlossen.
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Licht und Feuer, Materialien „des Anfangs“, haben den Philosophen Heinz Mack immer umgetrieben – ebenso wie seine Faszination für den Islam und den Orient: „So sehr mich die Aufforderung ‚go west‘ inspiriert hat, so sehr zeigt mein innerer Kompass seit einiger Zeit in Richtung Osten.“ So entstand 2003 auch sein Künstlerbuch „Über die Glückseligkeit und über das Licht“ zu Texten des persischen Mystikers al-Ghazali. In einem Interview sagte Mack dazu: „Mit einer Epiphanie des Sonnenlichts, wie sie meine Favoriten unter den Mystikern beschreiben – Plotin und al-Ghazali ‒, kann ich nicht aufwarten. Überhaupt nicht spirituell, dafür umso realer war mein Erlebnis als 12-Jähriger während des Krieges. Nachdem die (...) dumpfen Detonationen der Fliegerbomben verstummt waren, verließen wir den von einer einzigen Kerze beleuchteten Luftschutzkeller, um die lichterloh brennende Stadt zu sehen: ein Inferno! Gewohnt, nur in verdunkelten Räumen zu leben, war die Feuersbrunst unter einem rot glühenden Nachthimmel mein erstes, sich tief einprägendes ‚Lichterlebnis‘. Eine ganz andere ‚existenzielle‘ Bedeutung hatte dann das Erlebnis, als ich aus Versehen auf eine glänzende Aluminiumfolie getreten war, die auf einem groben Sisalteppich lag, sodass sich die gewebte Struktur im Metall abdrückte. Als ich das so entstandene Metallrelief gegen das Licht hielt, sah ich ein immaterielles, vibrierendes Relief aus flirrendem Licht, das über dem Metall zu schweben schien. Ich gab ihm den Namen ‚Lichtrelief‘. Das sollte für meine Arbeit Folgen haben.“ Zum Beispiel die von al-Ghazali inspirierte Lichtserie, zu der auch diese Edition gehört: „Gott des Lichts“ heißt die blaue Pyramide, die das Licht geheimnisvoll zu transzendieren scheint.
Heinz Mack gilt als Pionier eines neuen Kunstverständnisses; Ausweis dafür ist nicht zuletzt der Umstand, dass er 1957 zusammen mit Otto Piene die Gruppe ZERO in Düsseldorf gründete. ZERO wollte die Kunst in neue Räume führen, heraus aus der Gefangenschaft der Tafelbilder und dem Elfenbeinturm der Bildungsbürgergesellschaft. Dazu dienten neue Materialien wie Installationen, Apparate und Aktionen, ebenso wie neue Realisierungsräume: Straßen, Plätze, das Meer. Für den 1931 im hessischen Lollar geborenen Mack war dabei Licht das zentrale künstlerische Thema: „Das Licht ist das Kleid der Materie und zugleich der Raum der Materie. Das muss der Bildhauer wissen; das Material bildet den Widerstand des Lichts und das geformte Material muss die Kritik des reinen Lichts ertragen. Das Material muss das Licht lieben ‒ sonst rächt sich das Licht.“

Macks Gesamtwerk ist außerordentlich vielseitig: Seine Skulpturen erschafft er aus den verschiedensten Materialien, insbesondere Lichtstelen, Lichtrotoren, Lichtreliefs und Lichtkuben. Dazu prägen sein Œuvre Malerei, Zeichnungen, Tuschen, Pastelle, Druckgrafik, Fotografie und bibliophile Werke sowie die Gestaltung von öffentlichen Plätzen, Kirchenräumen, Bühnenbildern und Mosaiken. In annähernd 300 Einzelausstellungen und vielen Ausstellungsbeteiligungen wurden seine Arbeiten bislang gezeigt. Werke von ihm sind in mehr als 130 öffentlichen Sammlungen vertreten. Mack lebt und arbeitet in Mönchengladbach und auf Ibiza.

Ausstellungen (Auswahl)

1957: Galerie Schmela, Düsseldorf.
1959: Documenta II
1965: Zusammen mit Otto Piene und Günther Uecker, Zero, Kestner-Gesellschaft, Hannover. Katalog.
1970 Vertretung der BRD auf der XXXV. Biennale in Venedig
1972: Musée d’art moderne de la Ville de Paris
1977: Kunsthalle Düsseldorf
1978: Galerie Unac, Tokio
1998: Liechtensteinische Staatliche Kunstsammlungen, Vaduz
2006: ZERO, museum kunst palast, Düsseldorf
2006: Transit zwischen Okzident und Orient. Faszination und Inspiration der islamischen Kultur im Werk von Heinz Mack, Museum für Islamische Kunst im Pergamon-Museum Berlin
2009: 3. Moskau Biennale
2011: Retrospektive zum 80. Geburtstag Licht-Raum-Farbe, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn
2015: Heinz Mack. Licht Schatten, Museum Frieder Burda, Baden-Baden

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